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Balkonien – das trendige Reiseziel für den Urlaub auf dem Balkon

Kletterpflanzen begrünen als Sichtschutz Balkon und Terrasse

12 - April - 2012 | 2 Kommentare
Kletterpflanzen als Kübelpflanzen

© kodachrome25 | istockphoto.com (#4075372 – Bio-Cottage)

Stellen Sie sich folgende Situation bildlich vor: Gerade sitzen Sie gemütlich auf Ihrem Balkon und genießen bei sommerlichen Temperaturen Ihren Insalata Caprese. Bis hierhin hört es sich ja noch idyllisch an. Aber kaum blicken Sie von Ihrem Teller auf, hat ein Passant oder gar Nachbar Ihr Essen mit seinen Augen verschlungen. Manch Balkonier stört sich durchaus daran. Eine mögliche Folge wäre, dass der liebevoll gestaltete und bepflanzte Balkon verwaist. Das kann ja nun nicht die Lösung sein. Klärende Worte schaffen meist eher Unfrieden. Also besser selbst Hand anlegen und für einen ordentlichen Sichtschutz sorgen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten seinen Balkon vor Nachbarn oder Passanten „abzuschirmen“. An anderer Stelle haben wir das bereits thematisiert – hier geht es lediglich um Kletterpflanzen. Kletterpflanzen als natürlicher Sichtschutz sind ideal, damit die Nachbarn „draußen bleiben“. Es gibt sie: schnell rankend, immergrün, bunt und üppig blühend, ein- oder mehrjährig – für jeden Geschmack und Bedarf ist die passende Kletterpflanze dabei.

Bevor Sie jedoch beginnen Ihren Balkon mit Kletterpflanzen zu bestücken, sollten im Vorfeld ein paar Kleinigkeiten bedacht werden. Bevorzugen Sie ein- oder mehrjährige Kletterpflanzen als Sichtschutz? Haben Sie ausreichend Platz zur Verfügung? Einige Kletterpflanzen haben ein ausuferndes Wachstum. Können Sie die Standortansprüche für diesen Sichtschutz erfüllen? Wie ist es um Ihre Zeit bestellt? Manche Pflanzen sind unter Umständen pflegeintensiver als andere. Haben Sie an notwendige Kletterhilfen für die Kletterpflanzen gedacht? Steht Ihnen unter Umständen ein Winterquartier für die nicht winterharten oder frostempfindlichen Kletterpflanzen zur Verfügung?

Gut zu wissen: Die verschiedenen Kletterpflanzen haben recht unterschiedliche Eigenarten des Kletterns entwickelt. Neben Rankpflanzen gibt es Spreizklimmer, Schlingpflanzen und auch Wurzelkletterer. Diese unterschiedlichen Kletterarten möchte ich Ihnen kurz vorstellen.

  • Rankpflanzen: Diese Kletterpflanzen besitzen ganz individuelle Rankorgane, die auf Berührungen reagieren. Ertasten eben diese Rankorgane eine Kletterhilfe oder ähnliches, so wird ein Berührungsreiz ausgelöst, die Kletterhilfe korkenzieherartig umschlungen und als Halt genutzt. Bekannte Vertreter der Rankpflanzen sind beispielsweise die Clematis, Weinrebe und Passionsblume.
  • Schlingpflanzen/Schlinger: Da Schlingpflanzen nicht über spezielle Kletterorgane verfügen, umschlingen sie lediglich mit ihren Trieben die Rankhilfe. Interessant daran ist, dass es sogenannte Links- und Rechtswinder gibt. Diese winden sich ausnahmslos in nur eine Richtung: also entweder links oder rechts herum. Die Schwarzäugige Susanne ist beispielsweise ein Vertreter der Linkswinder. Bei den Rechstwindern ist zum Beispiel der Hopfen zu nennen.
  • Spreizklimmer: Die Triebe dieser Pflanzen müssen an einer Rankhilfe befestigt werden, da sie sich weder winden noch über Haftorgane verfügen. Der Winter-Jasmin ist beispielsweise ein Vertreter der Spreizklimmer.
  • Wurzelkletterer: Die Vertreter der Wurzelkletterer besitzen Haftwurzeln, mit denen sie ihre Umgebung „erobern“. Aus diesem Grund sind Rankhilfen nicht erforderlich. Zu diesen Pflanzen zählt unter anderem der Gemeine Efeu.

Je nachdem, für welchen Sichtschutz Sie sich entschieden haben, folgend einige Beispiele für die einjährigen und mehrjährigen Kletterpflanzen.

Einjährige Kletterpflanzen:

Mehrjährige Kletterpflanzen:

Wie auch bei den anderen Balkonpflanzen ist der Standort wichtig für das Wachstum. So gibt es Kletterpflanzen, die einen sonnigen Balkon bevorzugen, während andere für einen schattigen Balkon geeignet sind.

Kletterpflanzen für den Sonnenbalkon:

Kletterpflanzen für den schattigen Balkon:

 

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2 Kommentare

  1. Hildegard Jansen sagt:

    Hallo!
    Schöne Bilder sind das von dem üppigen Bewuchs auf den Balkonen und auf jeden Fall schöner als die hässlichen Plastikbahnen rundum.
    Allerdings: In keinem der vielen Tipps habe ich je gelesen wie sich das mit mehreren Pflanzkübeln (Rankpflanzen, Bambus u.a.) auf freitragenden (!) Balkonen gerade bei Altbauten verhält. Denn die bringen zusammen schon ein ziemliches Gewicht zustande. Und das könnte bei freitragenden Balkonen ohne stützende Erkermauern darunter echte Probleme geben, oder nicht? Darüber wird nichts gesagt.
    Liebe Grüße,
    Hildegard

  2. cane sagt:

    Liebe Hildegard,
    ja, das Gewicht ist in der Tat ein Problem – nicht nur für den Altbau. In diversen Artikeln haben wir auf die Statik hingewiesen, damit die Balkone nicht überladen werden. Hier haben Sie gerade einen der Artikel erwischt, in denen es nicht thematisiert wird.
    Viele Grüße, Carola

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