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Balkonien – das trendige Reiseziel für den Urlaub auf dem Balkon

Sind meine Pflanzen tatsächlich winterhart?

7 - Januar - 2017 | 3 Kommentare

Wem ist es nicht schon so ergangen? Man geht Pflanzen kaufen, fragt noch mal extra nach, ob die Pflanzen auch winterhart sind und bekommt vom Verkäufer die Auskunft „natürlich sind die winterfest“. Die Überraschung folgt dann bei den ersten frostigen Temperaturen: die Pflanzen sterben. Dies kann nun zwei Möglichkeiten haben: Zum einen kann es sein, dass der Verkäufen Quatsch erzählt hat, zum anderen kann es aber auch sein, dass Sie nicht richtig winterharthingehört haben. Denn wenn von winterfesten Pflanzen die Rede ist, ist damit nicht winterhart gemeint. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.

Winterfest oder winterhart – der Unterschied
Zwar gibt es für den Begriff „winterfest“, der auch immer wieder mit frostfest umschrieben wird, keine eigene Definition, das Wort wird meist dann genutzt, wenn Pflanzen bestimmte Minustemperaturen aushalten könnten. Konjunktiv also … Winterfest ist also so ein „Wischi-waschi“-Wort, das nichts Genaues aussagt. Denn eine Pflanze kann auch als winterfest bezeichnet werden, wenn sie Minusgrade nur über einen kurzen Zeitraum verträgt oder wenn sie im Winter nicht mit Wasser in Berührung kommen darf. Verlassen Sie sich also nicht darauf und hören Sie genau hin! Denn nur wenn Sie winterharte Balkonpflanzen kaufen, können Sie sich relativ sicher sein, dass diese auch den Winter überstehen. Relativ deshalb, weil aufgrund von gewissen Umständen Pflanzen auch bei ausgeschriebener Winterhärte Schaden nehmen könnten.

So könnte es sein, dass die Pflanzen importiert wurden und sich noch nicht an unser Klima gewöhnt haben. Auch können Krankheiten, das letzte Umtopfen oder der letzte Schnitt eine Rolle spielen.

Winterharte Balkonpflanzen – gehen Sie auf Nummer sicher
Allein Deutschland wird in sieben Klimazonen eingeteilt. Die Minusgrade reichen hier von -9 Grad in Gebieten am Rhein, im Ruhrgebiet und an der Nordseeküste, bis hin zu -26 Grad in Teilen Bayerns. Dass nun wirklich jede winterharte Pflanze auch jede Temperatur aushält, ist meist nicht gegeben. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dann schützen Sie Ihre Balkonpflanzen. Sie müssen Sie deswegen nicht nach drinnen ins Warme holen, was für winterharte Pflanzen auch wieder nicht gut ist, weil sonst die Winterruhe unterbrochen wird. Wenn Sie allerdings ein paar Tipps berücksichtigen, sollte nichts passieren:

  • Umwickeln Sie die Töpfe von empfindlichen Pflanzen mit Jutesäcken oder mit Vlies.
  • Decken Sie die Pflanztöpfe mit Reisig oder Tannenzweigen ab.
  • Stellen Sie die Blumentöpfe nicht direkt auf Steinboden. Ideal ist eine Styroporunterlage.
  • Stellen Sie die Pflanzen näher an die Wand, dort sind die Temperaturen höher.
  • Setzen Sie die Pflanzen wind- und niederschlagsgeschützt auf.

 

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Bild: © yanikap – Fotolia.com

3 Kommentare

  1. Hauptstadtgärtnerin sagt:

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Pflanzen auf dem Balkon in Töpfen empfindlicher sind als die Pflanzen im Garten. Seit ich die Töpfe im Spätherbst einpacke ist mir nichts mehr erfroren. Und auch im Winter noch gießen! Aber eben nur sparsam 🙂

  2. cane sagt:

    Die Töpfe einpacken über den Winter ist eine gute Sache. Man unterschätzt die Kälte wirklich gerne mal. Und gerade in rauen Lagen kann das echt wichtig sein, den Pott zu umwickeln.
    Und das mäßige Gießen an frostfreien Tagen wird auch gerne mal vergessen … ach, im Winter brauchen die ja nichts … Viele Pflanzen sind nach dem Winter nicht erfroren, sondern vertrocknet.

  3. tom sagt:

    Toller Artikel, der das Thema Winterhärte vs. Frosthärte sehr anschaulich erklärt. In dem Zusammenhang könnte man ggf. noch das Problem der Frosttrocknis – insbesondere für immergrüne Pflanzen – erwähnen.

    LG aus München
    tom