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Regrowing auf dem Balkon – klappt das?

Der Balkon als Gartenersatz lässt vieles zu, was auch in einem Garten möglich ist. Nicht alles, aber doch so einiges. Dazu gehört auch das Regrowing – zumindest dann, wenn es sich um einen etwas größeren Balkon handelt. Doch was ist Regrowing eigentlich? Viele haben den Begriff womöglich schon mal gehört, ohne sich weiter damit zu beschäftigen.

Einfach ausgedrückt bedeutet Regrowing, aus Gemüseresten neue Pflanzen ziehen. Oh, das hört sich gut an. Wir müssen also in Zukunft nur die Gemüsereste aufheben und bekommen dann komplett neue Pflanzen. Nie wieder Gemüse kaufen – das wäre zu schön, um wahr zu sein. Und tatsächlich müssen wir Ihnen da ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen, denn ganz so ist es leider nicht. Aber schauen wir mal etwas genauer hin.

Regrowing – Abfälle wiederverwerten

Regrowing bedeutet so viel wie „nachwachsen“. Wir haben also einen Gemüserest und daraus wächst etwas nach. Somit ist klar: Diese Reste sollten nicht einfach weggeworfen werden. Zumindest dann nicht, wenn man das Regrowing einfach mal ausprobieren möchte. Wie oben schon erwähnt, wachsen aus den Gemüseresten allerdings keine komplett neuen Pflanzen. Wie viel Sie erwarten können und welche Gemüsereste sich eignen, das erklären wir Ihnen gleich. Zuerst wollen wir uns ansehen, welche Gemüsesorten sich für das Regrowing eignen.

Regrowing – aus diesen Gemüsesorten wächst was nach

Sie haben sicherlich schon herausgelesen, dass sich nicht jedes Gemüse für Regrowing eignet. Möchten Sie das Ganze einmal selbst ausprobieren, dann sollten Sie folgendes Gemüse dafür nehmen:

Regrowing Sellerie

© Redpepper1982 | Dreamstime.com (#58626716 – Grow your own celery from scraps) Sellerie ist geeignet für das Regrowing auf der eigenen Fensterbank.

Wurzelgemüse

    • Karotten
    • Wurzelpetersilie
    • Knollensellerie
    • Rettich
    • Ingwer
    • Pastinaken

Lauchgemüse

    • Porree
    • Knoblauch
    • Zwiebeln
    • Lauchzwiebeln

Blatt- und Kohlgemüse

    • Staudensellerie
    • Fenchel
    • Chinakohl
    • Mangold
    • Pak Choi

Salate

  • Romana
  • Lollo Rosso
  • Lollo Biondo
  • Eichblattsalat
  • Amerikanischer Brauner

Regrowing – mit diesen Gemüsesorten klappt es nicht

Alle Gemüsesorten, die oberirdisch Früchte bilden, können für das Regrowing nicht verwendet werden. Hierbei bilden die Pflanzen nämlich Blüten, aus denen sich die Frucht bildet. Daher sind ungeeignete Gemüsesorten etwa:

  • Tomaten
  • Paprika
  • Gurken
  • Zuchini
  • Chili
  • Kürbisse
  • Melonen
  • Auberginen
  • Acocados
  • Erbsen
  • Bohnen
  • Linsen
  • Kichererbsen

Was beim Regrowing verwendet wird

So, nun wissen wir also, welche Gemüsesorten für das Regrowing geeignet sind und welche nicht. Nun aber die entscheidende Frage: Welche Reste sind zu verwenden? Kann ich da alles nehmen, was letztendlich in der Tonne landen würde? Ganz klar: nein! Verwendet werden können nämlich nur der Strunk und das Herz.

  • Bei Wurzelgemüse, Blattgemüse, Kohlgemüse und Lauchgemüse wird ausschließlich der Strunk für das Regrowing verwendet. Dabei handelt es sich um das Ende, aus dem die Triebe wachsen. Wenn Sie diesen Teil normalerweise wegwerfen, schneiden Sie diesen vermutlich ganz knapp unter den Trieben ab. Bei der Verwendung für das Regrowing sollte der Abschnitt zwischen drei und fünf Zentimetern sein.
  • Bei Salatpflanzen ist es das Herz, das verwendet wird. Die äußeren Blätter können Sie weiterhin nutzen, das Herz jedoch wird nicht mit in den Salat gegeben, sondern für das „Nachwachsen“ genutzt. Da im Handel oftmals Salat verkauft wird, bei denen die Herzen sehr knapp abgeschnitten wurden, kann es passieren, dass das Regrowing hier nicht klappt.
Regrowing Frühlingszwiebeln

© Mehriban Aliyeva | Dreamstime.com (#180476941 – Growing green onions scallions from scraps in water) Regrowing funktioniert ähnlich wie die Stecklingsvermehrung.

Regrowing – so gehen Sie vor

Den ersten Teil des Regrowings findet im Wasserglas statt, der zweite im Blumentopf. Wenn Sie die Pflanzenvermehrung durch Stecklinge kennen, werden Sie feststellen, dass das Regrowing ähnlich funktioniert. Mit ein bisschen Pflege und Geduld können Sie schon bald zur Ernte schreiten.

  1. Strunk und/oder Herz werden in eine Schale oder ein Glas mit Wasser gestellt. Die Triebe bzw. die Salatblätter müssen dabei nach oben zeigen und dürfen nicht ins Wasser.
  2. Stellen Sie die Gemüsereste an einen hellen und warmen Standort. Im Sommer kann dies durchaus schon der Balkon sein, ansonsten das Fensterbrett.
  3. Wechseln Sie täglich das Wasser.
  4. Wenn Sie die Gemüsereste richtig pflegen, dann sehen Sie nicht nur, dass Stile bzw. Blätter wachsen werden, sondern dass sich auch Wurzeln bilden.
  5. Wenn die Wurzeln rund einen Zentimeter lang sind, geht es ab in den Blumentopf. Hier bekommen die Pflanzen die nötigen Nährstoffe und können sich weiter entwickeln.
  6. Auch hierbei sollte sich der Blumentopf an einem hellen und warmen Standort auf dem Balkon befinden.
  7. Regelmäßiges Gießen ist wichtig, lassen Sie die Erde nicht austrocknen, lassen Sie aber auch keine Staunässe entstehen.

Regrowing – die Resultate

Wie schon erwähnt, werden keine komplett neuen Pflanzen daraus, dennoch läen allerdings nie die Größe des Originals erreichen. Achten Sie darauf, dass die Pflanzen (ebenso beim Wurzelgemüse) keine Blüten und Samen bilden, densst sich einiges ernten, was Sie in der Küche verwenden können.

  • Bei Staudensellerie und Lauch ernten Sie am Ende wiederum die Stiele. Diese werdn das mindert die Qualität. Schneiden Sie das Grün daher rechtzeitig ab.
  • Handelt es sich um Wurzelgemüse wie Karotten oder Knollensellerie, dann wächst hier keine Wurzel nach, sondern nur das Grün. Dieses können Sie ernten und wie gewohnt verwenden.
  • Beim Salat werden vermutlich nur sehr wenige Blätter nachwachsen. Diese bleiben klein und der Ertrag ist hier beim Regrowing nicht besonders hoch. Allerdings sind diese Blätter sehr zart und besonders weich.

Wie sinnvoll ist Regrowing?

Nun, hier scheiden sich die Geister. Da die Gemüsereste beim Nachwachsen viel Platz benötigen und somit viele Töpfe oder Kästen auf dem Balkon nötig sind, ist der Platzbedarf doch recht groß. Vergleicht man dann den Aufwand inkl. Platzbedarf mit dem letztendlichen Ertrag, muss man sagen, dass es sich in vielen Fällen nicht unbedingt lohnt. Daher unser Tipp: Versuchen Sie es erst einmal mit einer einzelnen Pflanze. So können Sie abschätzen, wie die Erträge sind.

Hinweis: Wenn von Regrowing die Rede ist, wird nicht selten damit die Nachzucht gemeint, die durch Samenaussaat (z. B. Tomaten, Chili, Gurken etc.) oder durch Stecklinge (z. B. Kräuter) geschieht. Da es sich hierbei aber um das Wachsen neuer Pflanzen handelt und nicht um das Nachwachsen aus Gemüseresten, ist diese Bezeichnung so nicht richtig.

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