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Hornspäne – Alleskönner mit Abstrichen

Sicherlich haben Sie schon einmal etwas von Hornspänen oder Hornmehl gehört. Dabei handelt es sich um einen organischen Dünger, der Ihren Pflanzen die Nährstoffe gibt, die sie brauchen. Und das auf eine vollkommen natürliche Art und Weise. Daher nehmen immer mehr Pflanzenbesitzer Abstand von Kunstdüngern und greifen zu Hornspänen als Dünger. Schließlich ist der Dünger nicht nur gut für die Pflanzen, sondern auch für die Erde und die Natur. Sollten Sie bereits seit Längerem Ihre Balkonpflanzen mit Hornspänen düngen, aber die Resultate nicht so sein, wie Sie sich das vorstellen, könnte es an einer kniffligen Sache liegen, zu der wir gleich kommen. Vorher sollten wir noch kurz klären, worum es sich bei Hornmehl überhaupt handelt.

Was ist Hornmehl?

Sie haben richtig vermutet: Hornmehl besteht aus Hörnern. Hörner und Hufe von Rindern werden zur Herstellung dieses Düngers genommen. Das Horn bzw. die Hufe werden fein geschrotet bzw. gemahlen und können so direkt wieder der Natur zugeführt werden. Im Gegensatz zu anderen organischen Düngern, wie etwa der Dung von Rindern, hat Hornmehl den entscheidenden Vorteil, dass es nicht riecht. Und dies ist wohl auch der Grund, warum viele Pflanzenbesitzer ihren Kübelpflanzen auf dem Balkon und der Terrasse Hornmehl als Dünger geben. Hört sich doch alles prima an – oder?

Hornspäne für Balkonpflanzen

© Christian Weiß | Dreamstime.com (#96650401 – Horn shavings for nutrition in agriculture) Damit die Hornspäne einen Nutzen für Ihre Balkonpflanzen haben, benötigen Sie hierfür eine Pflanzerde, die Sie ganz einfach selbst herstellen können.

Kübelpflanzen mit Hornspänen düngen

Vorausschicken müssen wir, dass der Einsatz von Hornmehl bei Kübelpflanzen nicht die Wirkung zeigt, wie bei Pflanzen, die im Garten zuhause sind. Zumindest dann nicht, wenn Sie herkömmliche Pflanzenerde für Kübelpflanzen nehmen. Der Grund ist einfach: Damit Hornspäne wirken können, benötigen sie Mikroorganismen, Bakterien und Pilze, die sich in Gartenerde befinden. Diese sind dafür verantwortlich, dass die Hornspäne zersetzt werden und so die Inhaltsstoffe an die Erde abgegeben werden können.

Heißt das nun, dass Sie bei Kübelpflanzen auf Hornmehl verzichten müssen? Nein, denn schließlich kann jeder seine Pflanzenerde selbst herstellen. Wenn hierbei unter anderem Garten- und Komposterde zum Einsatz kommen, befinden sich darin in jedem Fall Mikroorganismen, die dafür sorgen, dass das Hornmehl auch auf Balkon und Terrasse Sinn macht. Wie aber kann man Pflanzerde im Kübel mischen? Hier ein Rezept für gute, selbstgemischte Kübelerde:

  • Ein Drittel Gartenerde
  • Ein Drittel reife Komposterde
  • Ein Drittel Torf, alternativ Kokosfasern oder Xylit
  • Auf 5 Liter Erde kommen dann noch mal bis zu 100 Gramm Sand
  • Je nach Pflanze können Kalk, Sägespäne oder Holzfasern eingearbeitet werden. Hierbei ist der pH-Wert zu beachten.

Warum aber kann man nicht einfach herkömmliche Gartenerde nutzen, schließlich ist diese für Gartenpflanzen ja auch gut genug. Nun, das liegt daran, dass Pflanzen im Kübel einen begrenzten Platz haben und andere Bedürfnisse als im Garten. Also: Immer gut mischen!

Die Verwendung von Hornspänen

Kommen wir nun zur Frage: „Wie verwendet man Hornspäne?“ Das ist sehr einfach. Bereits dann, wenn Sie eine Pflanze in den Kübel setzen, kommen die Hornspäne dazu. Entweder arbeiten Sie sie in die Erde ein oder Sie geben eine Handvoll direkt ins Pflanzloch. Auch wenn Sie Saatgut im Kübel ziehen möchten, wird Hornmehl dazugegeben. Das Schöne ist, dass Sie mit Hornspänen nichts falsch machen können. Eine Überdüngung kann nicht stattfinden. Warum aber nun Hornspäne? Nun, dieser organische Dünger hat besonders viel Stickstoff. Und Stickstoff ist der Nährstoff, der für Pflanzen am wichtigsten ist. Anders als bei Kunstdüngern müssen Sie auch nicht auf den pH-Wert der Erde achten, denn Hornspäne enthalten kein Kalium und auch kein Phosphor.

Wie lange wirken Hornspäne? Dies ist pauschal nicht zu beantworten. Es kommt nämlich vor allem darauf an, wie viele Mikroorganismen sich in der Erde befinden und wie fein Hornmehl gemahlen ist. Es gibt nämlich auch Hornschrot und Horngries, die einen unterschiedlichen Mahlgrad aufweisen. So lässt sich in jedem Fall sagen, dass feines Hornmehl schneller Nährstoffe abgeben kann, während gröberes Hornschrot als Langzeitdünger eingesetzt wird. Weitere Aspekte sind die Feuchtigkeit, sprich, wie oft gegossen wird, die Durchlüftung des Bodens und auch die Temperaturen. Die Langzeitwirkung liegt bei etwa drei Monaten. Im Zweifel können Sie aber gerne etwas mehr oder etwas öfter mit Hornspänen düngen, denn – wie schon erwähnt – ist eine Überdüngung nicht möglich.

Welche Pflanzen werden mit Hornspänen gedüngt

Hier kann man eigentlich schlicht und einfach sagen: alle! Ja, es ist tatsächlich so, dass jede Pflanze Hornspäne verträgt. Geben Sie also gerne Hornmehl zu jeder Kübelpflanze, sofern Sie mit Gartenerde oder Kompost eine eigene Mischung hergestellt haben. Bei Pflanzen, die zu den Starkzehrern gehören, geben Sie besonders feines Hornmehl, da die Nährstoffe schneller benötigt werden. Dazu gehören zum Beispiel Tomaten und Gurken und bei den Kräutern Basilikum.

Übrigens: Hunde lieben Hornspäne. Der Geruch macht so manchen Hund so richtig verrückt. Sofern Sie also auf Balkon oder Terrasse Pflanzen mit Hornspänen versehen, sorgen Sie dafür, dass der Hund nicht ran kann. Denn sonst könnte es sein, dass er etwas umdekoriert.

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