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Rucola – würziger Geschmack aus dem Blumenkasten

Salat auf dem Balkon anbauen? Ja gut, es ist vielleicht etwas ungewöhnlich, aber gerade wenn es um Rukola geht, ist das ganz hervorragend möglich. Der Grund ist, dass das Grünzeug kaum Platz benötigt, schnell wächst und nach der Ernte immer wieder aufs Neue wächst. Rucola, auch Rukola geschrieben oder (Senf-)Rauke genannt, gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse. Bekannte Verwandtschaft sind etwa die knapp 40 Kohlarten und die Kressen.

Schon im Altertum kannte man Rucola als Nutzpflanze, vor allem im Mittelmeerraum wurde der Salat gerne und häufig konsumiert. Sogar als Aphrodisiakum wurde die Rauke genutzt. Bei uns in Deutschland geht erst seit einigen Jahren der Trend zum Rucola, Gerade in der mediterranen Küche ist er ein wichtiger und fester Bestandteil. Neben der Salat-Rauke gibt es aber auch noch die wildwachsende Rauke, die geschmacklich noch intensiver ist und daher eher zum Würzen als für Salat genutzt werden kann. Wie aber kommt nun der Rucola in den Blumenkasten, was muss man beachten und wann kann man ihn ernten? Fragen über Fragen, die wir Ihnen gerne beantworten möchten.

Rucola

© Sabellopro | Dreamstime.com (#195177271 – Fresh arugula or ruccola leaves texture, food background) Der pflegeleichte Rucola lässt sich problemlos in einem Blumenkasten anbauen und ist so immer zur Hand, wenn welcher benötigt wird.

So gelingt Rucola auf dem Balkon

Was Sie brauchen ist ein Blumenkasten, ein Blumenkübel oder ein kleiner Blumentopf. Da Rucola sich kaum ausbreitet, ist er auch gut als Lückenfüller geeignet und macht sich selbst in einem Kasten gut, wo sich bereits andere Pflanzen befinden. Die Erde sollte locker und humos sein. Zu dichte Erde kann mit Sand aufgelockert werden.

Wie wir bereits wissen, stammt Rucola aus dem Mittelmeerraum. Daher ist ein sonniger Standort unbedingt nötig. Haben Sie vielleicht noch ein bisschen Platz bei Ihren Kräutern, wie etwa beim Basilikum oder beim Rosmarin, die ja ebenfalls sonnenhungrig sind, dann passt Rucola da ganz prima mit rein. Und weil er Sonne und auch Wärme liebt, sollte er immer feucht gehalten werden, sprich, Sie müssen ihn ausreichend gießen. Staunässe ist allerdings zu vermeiden, nutzen Sie daher am besten einen Kübel mit Ablaufloch.

Rucola ist pflegeleicht

Schon bei der Aussaat werden Sie merken, dass Rucola kaum Pflege braucht und eigentlich jedem gelingt, selbst wenn Sie keine grünen Daumen haben sollten. Von April bis in den September hinein kann Rucola direkt draußen im Kasten/Topf/Kübel ausgesät werden, in der restlichen Zeit und zum Überwintern ist an einem sonnigen und warmen Fensterplatz die Aussaat möglich. In einem Blumenkasten können Sie eine Saatrinne ziehen, im Blumentopf können Sie auch streuen. Rucola wurzelt sehr flach, braucht also kaum Platz und ist deswegen gut für den Topf geeignet.

Da Rucola zu den Schwachzehrern gehört, braucht es keine Düngung. Idealerweise mischen Sie – wenn die Möglichkeit besteht – vor der Aussaat etwas Kompost in die Erde. Von Fachleuten wird empfohlen, die Erde von Zeit zu Zeit etwas aufzulockern. Da, wie schon beschrieben, Rucola aber sehr flach wurzelt, könnten dadurch nicht nur die Wurzeln beschädigt, sondern auch Pflanzen ausgerissen werden. Deswegen würden wir auf das Auflockern im Topf einfach verzichten.

Blühender Rucola

© cane Die filigranen Blüten sind echte Schönheiten.

Rucola und die Ernte

Die Rauke wächst recht schnell. Rund 2 Wochen nach der Aussaat keimen die Samen bei einer Temperatur von mindestens 10 Grad. Weitere sechs Wochen später ist bereits Erntezeit. Schneiden Sie dazu die Blätter rund einen Zentimeter über dem Boden ab, denn so treibt die Pflanze wieder aus und Sie können in wenigen Wochen noch einmal ernten. Übrigens nehmen die Blätter einen bitteren Geschmack an, wenn sie älter werden. Ernten Sie also immer die jüngeren Blätter.

Übrigens können Sie Rucola auch vermehren. Wenn Sie die Blätter zu lange stehen lassen, bilden sich aufrechtstehende, schotenförmige Fruchtstände, die eine Länge von rund 6 Zentimetern erreichen können. Die Schoten beinhalten die Samen, die Sie ernten können. Schneiden Sie die Büschel ab und trocknen Sie diese. Danach springen die Schoten bei Berührung auf, Sie können die Samen entfernen und haben wieder eine Grundlage für neuen Rucola, den Sie jederzeit aussäen können.

Rucola schmeckt nussig und leicht scharf. Er kann als eigenständiger Salat ebenso verzehrt werden, wie als Zugabe zu anderen Salaten. Ebenfalls möglich sind beispielsweise Verarbeitungen als Gemüse, als Kräuter oder als Gewürz mit Salz vermischt.

Die Inhaltsstoffe von Rucola

Die Rauke ist nicht nur besonders schmackhaft, sie hat auch viele wertvolle Inhaltsstoffe. Dazu gehören unter anderem:

  • Vitamin C
  • Calcium
  • Beta-Carotin
  • Kalium
  • Folsäure
  • Antioxidantien
  • Phosphor

Auch als Heilpflanze fand und findet sie immer wieder Verwendung. Ihr wird nachgesagt, dass sie nicht nur anregend für den Organismus ist, sondern auch blutreinigend und tonisch, also für eine Stärkung des Organismus zuständig ist und Müdigkeit vertreiben kann. Zudem soll Sie den Haarwuchs begünstigen.

Krankheiten und Schädlingen an Rucola

Krankheiten sind beim Rucola nicht bekannt und auch Schädlinge hat er kaum. Lediglich der Erdfloh könnte Schaden anrichten. Auch wenn dies meist im Gartenbeet geschieht, ist Rucola, der auf Balkon oder Terrasse angebaut wird, nicht unbedingt davor gefeit. Erdflöhe fressen Rucola sehr gerne und verursachen somit Löcher in den Blättern. Bei einem leichten Befall müssen Sie nichts unternehmen, wenn die gesamte Pflanze Schaden genommen hat, sollten Sie sie entsorgen. Ein Mittel gegen Erdflöhe gibt es kaum, es wird empfohlen, öfter zu gießen und die Erde aufzulockern.

Noch ein Tipp zum Schluss, auch wenn das im Topf, Kübel oder Blumenkasten kaum vorkommt: Es nisten sich immer wieder mal Samen des Kreuzkrauts beim Rucola ein. Diese Pflanze ist giftig und ähnelt der Rauke im Aussehen. Der Unterschied ist, dass das Kreuzkraut sehr ausgefranste Blätter hat, woran Sie es erkennen können. Aber wie gesagt, sollte das auf dem Balkon kaum ein Problem darstellen.

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