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Spinnmilben – ja spinnen die denn?

1 - Juni - 2018 | Kommentare deaktiviert für Spinnmilben – ja spinnen die denn?

Wie das bei Pflanzenschädlingen oft üblich ist, sind auch die Spinnmilben so klein, dass man sie erst gar nicht wahrnimmt. Meist erst dann, wenn an der Pflanze bereits die ersten Schäden auftreten. Weltweit gibt es rund 1.200 Arten von Spinnmilben – aber sind wir mal ehrlich, eine reicht uns vollkommen. Denn die eine kann schon genügend Schäden anrichten.

Spinnmilben: das Schadbild
Wie schon erwähnt, sieht man Spinnmilben erst mal gar nicht. Außer, man geht gezielt auf die Suche. Doch das macht man in der Regel erst dann, wenn man den Verdacht auf einen Befall hat. Daher halten sich Spinnmilben lange Zeit im Verborgenen auf und können so den Pflanzen erheblichen Schaden zufügen.

Die Spinnmilbe, die bei uns am häufigsten vorkommt, ist die Gemeine Spinnmilbe, auch Tetranychus urticae genannt. Sie bastelt sich ein dünnes Gespinst rund um die Bereiche, die sie sich auserkoren hat, und ernährt sich von hier aus vom Saft der Blätter. Diese bekommen schließlich braune Flecken und sterben ab. Da oft angenommen wird, dass die Pflanze zu wenig Wasser bekommt, wird an Spinnmilben im ersten Moment gar nicht gedacht, weswegen die Biester auch lange unentdeckt bleiben.

Das Gespinst selbst ist oft nur bei genauem Hinsehen zu entdecken und auch nur dann, wenn man die Pflanze mit Wasser besprüht. Dann wird es sichtbar und man kann dagegen vorgehen. Die Schädlinge selbst sind nur einen halben Millimeter groß und können die unterschiedlichsten Farben haben. Von Weiß über Gelb, Grün und Braun bis zu Rot ist alles möglich. Das hängt im Übrigen von der Jahreszeit ab.

Spinnmilben: jede Woche Nachwuchs
Im Mai und Juni legen Spinnmilben ihre Eier ab. Diese werden an den Unterseiten der Pflanzenblätter befestigt. Bis zu 120 Eier pro Weibchen sind möglich. Bereits nach einer Woche beginnt das fröhliche Schlüpfen. Und weil die Jungtiere natürlich Hunger haben, machen sie sich auch gleich über die Blätter her – was das für Pflanzen bedeutet, die sich gerade im Wachstum befinden, muss man wohl nicht näher ausschmücken. Gerade Jungpflanzen sind hier besonders gefährdet.

Zwar treten Spinnmilben meist dort auf, wo es besonders trocken ist, denn da fühlen sie sich am wohlsten, da es aber zahlreiche Arten gibt sind sie auch an Balkonpflanzen weit verbreitet. Besonders gern haben sie es, wenn ab Herbst die Heizung wieder aufgedreht und sich zu den Zimmerpflanzen auch noch die Balkonpflanzen gesellen. Dann ist das Buffet angerichtet.

Spinnmilben vorbeugen
Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten sie vorbeugen. Wie wir schon erfahren haben, mögen es Spinnmilben besonders trocken. Daher ist ein Zimmer mit trockener Heizungsluft im Winter der ideale Platz für die Schädlinge. Neben einer guten Pflege Ihrer Pflanzen sollten Sie daher für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen.

  • Besprühen Sie Ihre Pflanzen regelmäßig mit Wasser, damit ein Befall erst gar nicht auftritt.
  • Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig.
  • Stellen Sie sie nicht direkt über die Heizung – hier ist die Luft am wärmsten und trocknet sehr schnell aus.
  • Stellen Sie den Blumentopf auf einen großen Untertopf, in dem sich immer etwas Wasser befindet. Dieses kann dann verdunsten und von der Pflanze aufgenommen werden. Auch Luftbefeuchter sind sinnvoll.

Spinnmilben bekämpfen
Ist es bereits zu spät, dann hilft alles nichts, dann muss eine effektive Bekämpfung her. Auch hier haben Sie mehrere Möglichkeiten, die Spinnmilben natürlich zu bekämpfen:

  1. Ab in die Wanne
    Stellen Sie befallene Pflanzen in die Badewanne und duschen Sie diese mit einem sanften Wasserstrahl ab. Vor allem die Unterseiten der Blätter, die am stärksten befallen sind, sollten ein Duschbad bekommen. Damit die Erde nicht durchnässt wird, packen Sie den Blumentopf am besten in eine Plastiktüte ein. Diese Prozedur wiederholen Sie so lange, bis Sie keine Spinnmilben mehr vorfinden. Auch mehrere Tage hintereinander kann so eine Dusche sinnvoll sein.
  2. Blätter entfernen
    Dass Sie befallene und ausgetrocknete Blätter entfernen sollten, das ist klar. Aber auch Blätter, die welk auf der Erde liegen, sollten Sie wegwerfen, denn daran können sich immer noch zahlreiche Spinnmilben befinden.
  3. Solitär stellen
    Stellen Sie befallene Pflanzen immer separat und achten Sie darauf, dass gesunde Pflanzen nicht in die Nähe kommen, damit sich die Spinnmilben nicht auf andere Pflanzen ausbreiten können.
  4. Die Tropen nachahmen
    Spinnmilben mögen keine Feuchtigkeit. Daher mögen sie auch kein tropisches Klima. Die beste Art, sich biologisch gegen einen Befall zu wehren, ist es, betroffene Pflanzen eine Haube aufzusetzen. Wickeln Sie die Pflanze (ohne Blumentopf) in eine Plastiktüte ein und lassen Sie einen Spalt bzw. ein paar Löcher zum Atmen frei. Durch die Tüte entwickelt sich nun ein feuchtes Klima, das die Spinnmilben abtötet. Dies ist meist nach ein bis zwei Wochen der Fall. Vergessen Sie aber nicht in dieser Zeit, die Pflanze weiterhin zu gießen.

Hausmittel gegen Spinnmilben
Neben den bereits genannten Möglichkeiten können Sie auch Hausmittel einsetzen, die die Spinnmilben abtöten. Einige Beispiele:

  • Sprühen Sie die betroffenen Pflanzen gründlich mehrere Tage hintereinander mit einer Kaliseifenlösung ein. Diese besteht aus einem Liter Wasser, 15 ml Kalifseife und 15 ml Spiritus.
  • Ein natürlich biologisches Mittel ist Rapsöl. 300 ml auf 700 ml Wasser gut verrühren und die befallenen Pflanzen damit gut einsprühen. Sind die Pflanzen noch jung und im Wachstum, sollten Sie diese Prozedur nicht anwenden, da dies der Pflanze schaden könnte.
  • Sammeln Sie Brennnesseln ohne Wurzeln und brühen Sie diese auf. Dann abgießen und die Pflanze damit wässern.
  • Die ätherischen Duftöle von Lavendel mögen Spinnmilben nicht. Geben Sie zwischen Ihre Pflanzen daher immer wieder mal einen Lavendel.
  • Zerreiben Sie getrocknete Blätter des Adlerfarns und lösen Sie dieses Pulver anschließend in Wasser auf. Damit die Pflanzen gießen.
  • Auch Sude aus Wurmfarn, Rainfarn, Schachtelhalm und Wermut können die Spinnmilben vertreiben. Bei allen Suden gilt die Regel: 1 Kilo frische oder 200 Gramm getrocknete Pflanzen auf 10 Liter Wasser geben. Nach dem Aufkochen 30 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Eine Verdünnung von 1:10 bis 1:20 ist hier ideal.

 

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