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Blattlausbefall – was hilft gegen Blattläuse auf Balkonpflanzen?

10 - Februar - 2012 | Kommentare deaktiviert für Blattlausbefall – was hilft gegen Blattläuse auf Balkonpflanzen?
Blattlausbefall Balkonpflanzen

© TomMyher | istockphoto.com (#3759283 – Nur Buggin)

Blattläuse – wer kennt diese lästigen Gesellen nicht? Den meisten unter uns sind diese Pflanzenschädlinge sicherlich schon begegnet: im Garten, auf Zimmer- und Balkonpflanzen. Kaum hat man sie auf den sorgsam gepflegten Balkonpflanzen entdeckt, möchte man direkt zu den „Waffen“ greifen und ihnen den Garaus machen. Legitim, aber oftmals unnötig.

Auch wenn die Blattläuse als Schädlinge verschiedener Zier- und Nutzpflanzen gelten, dienen diese wenige Millimeter kleinen Pflanzenläuse anderen Tieren durchaus als Nahrungsquelle. Ameisen beispielsweise hegen und pflegen ihre Blattlaus-Kolonien. Grund für diese Symbiose zwischen den Blattläusen und Ameisen ist der Honigtau. Die Blattläuse sind mit einem für sie äußerst praktischen Stechrüssel ausgestattet, mit dem sie die Leitungsbahnen der Pflanzen anzapfen. So kommen sie bequem an ihre Nahrung: den kohlenhydratreichen Pflanzensäften. Diese Nahrung wird dann später als Honigtau von den Blattläusen wieder ausgeschieden.

Wie zeigt sich ein Blattlausbefall an den Zimmer- und Balkonpflanzen?
Haben sich Blattläuse im Garten oder auf dem Balkon breit gemacht, gehören verformte sowie verfärbte Blätter und Pflanzenteilen zu den untrügerischen Zeichen. Nicht nur die Blätter können gekräuselt oder verkrümmt sein, sondern auch die Blütenknospen und Triebspitzen der befallenen Pflanze. Diese Deformierungen entstehen, wenn die Blattläuse den Rüssel in die Pflanze stechen, um so an den begehrten Pflanzensaft zu gelangen.

Typisch für das Schadbild sind aber nicht nur diese verkümmerten und deformierten Pflanzenteile. Auf der Unterseite der Blätter findet sich ein klebriger Belag: der Honigtau. Auch wenn er den Ameisen sehr gelegen kommt, dennoch begünstigt der Honigtau die Ansiedlung schwarzer Rußtaupilze.

Wie lassen sich Blattläuse bekämpfen?
Wer seinen Blattläusen zu Leibe rücken möchte, ist nicht nur auf die chemische Keule angewiesen. Auch verschiedene und ganz einfache Hausmittel lassen sich erfolgreich bei einem Blattlausbefall einsetzen. Denen sollten Sie grundsätzlich den Vorzug geben.

Aber auch bei eingesetzten Hausmitteln gilt: die Blumenerde abdecken und nur die betroffenen Pflanzenteile besprühen. Im Gegensatz zu der chemischen Keule benötigen die Hausmittel ein wenig Zeit, bis sie ihre Wirkung zeigen. Um ihre volle Wirkung zu erreichen, müssen die Mittel regelmäßig angewendet werden. Also etwas abwarten und nicht direkt härtere Geschütze auffahren.

Leichter Blattlausbefall:

  • Solange die Blattläuse noch nicht Überhand genommen haben und der Schaden an der betroffenen Pflanze noch gering oder bisher keiner aufgetreten ist, hilft schon ein kräftiger Wasserstrahl. Am besten machen Sie das in der Badewanne oder Dusche. Dazu wird der Topf in eine Tüte gesteckt und gut zugebunden. Ansonsten ist Ihr Tag gelaufen, weil Sie damit beschäftigt sind, die Duschwanne zu schrubben. Mittels eines kräftigen Wasserstrahls werden nun die befallenen Stellen abgespritzt. Und zwar wiederholt, bis tatsächlich kein Befall mit den Blattläusen zu erkennen ist.

Mittlerer Befall mit Blattläusen:

  • Ein bekanntes Hausmittel bei einem mittleren Befall ist der Brennnesselsud. Dieser Sud wird am besten mittels einer Sprühflasche wiederholt aufgesprüht. Auch hier wird solange gesprüht, bis die Blattläuse weg sind.
  • Ein „Klassiker“ unter den Hausmitteln im Kampf gegen die Blattläuse ist vermutlich die Seifenlauge. Dazu werden 50 Gramm Kernseife zusammen mit 75 Milliliter Spiritus in einen Liter Wasser gegeben. Auch hier kommt die Sprühflasche zum Einsatz. Achtung beim Aufsprühen: die Blumenerde muss abgedeckt werden und nur die Blattunterseite besprühen – danach direkte Sonne vermeiden.
  • Ein weiteres Hausmittel gegen Blattlausbefall ist ein Sud aus Tabak – mit oder ohne Kernseife. Zigarettentabak oder -stummel in Wasser aufkochen, bis ein brauner Sud entstanden ist. Danach wird der Sud abgeseiht und wer mag, kann diesem zusätzlich noch Kernseife beigeben. Die befallene Pflanze wird nun mit dem abgekühlten und unverdünnten Sud besprüht (Sprühflasche). Wird für diesen Sud Kernseife verwendet, gilt auch hier: Erdreich abdecken, nur die Blätter besprühen und direkte Sonne vermeiden.

Starker Blattlausbefall:

  • Nimmt die Zahl der Blattläuse stark überhand, hat sich der Einsatz von Niem (auch Neem) als sehr wirksam erwiesen. Hierbei handelt es sich um ein biologisches Mittel, das im Fachhandel erhältlich ist.
  • Bei einem sehr starken Befall einzelner Pflanzenteile, wie beispielsweise der Triebspitzen, können Sie diese auch abschneiden und entsorgen.

Die natürlichen Feinde der Blattlaus
Nicht nur bei Vögeln, verschiedenen Käfern, Florfliegen, Schlupfwespenlarven und anderen stehen die Blattläuse auf der Speisekarte. Insbesondere die Larven der Marienkäfer und die Käferchen selbst sind ausgesprochene Blattlausfresser.

Dem Blattlausbefall vorbeugen
Im Vordergrund steht grundsätzlich die richtige Pflanzenpflege – egal, ob im Garten, auf dem Balkon oder in der Wohnung. Nur kräftige und gesunde Pflanzen sind widerstandsfähiger gegenüber möglichen Pflanzenschädlingen und -krankheiten. Pflanzen sind sehr individuell, was ihre Ansprüche anbelangt. Neben dem falschen Gießen schafft eine übermäßige Düngergabe oftmals die Grundlage für Anfälligkeiten. Für Zimmerpflanzen gilt: Sorgen Sie für die richtige Luftfeuchtigkeit – nicht zu feucht, vor allem aber nicht zu trocken. Neben dem richtigen und regelmäßigen Lüften können die Pflanzen zwischendurch mit etwas Wasser besprüht werden.

Eine bewährte Methode im Umgang mit Blattläusen
Einfach und nervenschonend ist folgende Methode: über die Blattläuse hinwegsehen und abwarten. Nicht immer hinterlassen sie ein Schlachtfeld, sondern verschwinden einfach wieder. In der Regel in dem Tempo, in dem sie auch gekommen sind – schnell.

 

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