Insektenhotel: Die Pension für Nützlinge

Insektenhotel- Detailaufnahme

Insekten? Braucht doch kein Mensch! Oder doch? Ja, wer beim Kaffeekränzchen draußen in der Sonne sitzt, dem sind Wildbienen, Hummeln, Florfliegen oder Ohrwürmer ein Dorn im Auge. Wer braucht dieses fliegende Getier schon bei Kaffee und Kuchen? Daher werden sich sicherlich auch viele die Frage stellen, warum man sich über ein Insektenhotel Gedanken machen sollte. Oder wissen Sie gar nicht, was ein Insektenhotel ist?

Durch ein Insektenhotel der Natur helfen

Auch wenn viele es nicht glauben wollen, aber die oben genannten Insekten sind keine Schädlinge, sondern Nützlinge. Zum einen sind sie für die Bestäubung zuständig, zum anderen sind sie biologische SchädlingsbekämpferBlattläuse stehen zum Beispiel auf ihrer Speisekarte. Dadurch wird das ökologische Gleichgewicht bewahrt, von dem der Mensch so erst mal wenig spürt. Erst dann, wenn es diese Insekten nicht mehr geben würde, wären die Ausmaße bemerkbar. Soweit soll es allerdings nicht kommen, wenngleich der Mensch immer wieder in den natürlichen Kreislauf eingreift. Beispielsweise werden durch den Einsatz von Pestiziden die Lebensräume dieser Insekten zerstört. Die Folge: Die Nützlinge sterben.

Insektenhotel
© Andrea Arnold – Fotolia.com (#53359118 – Insektenhotel) Mit einem Insektenhotel lassen sich verschiedene Nützlinge auch auf den Balkon locken.

Nun kann jeder, dem ein bisschen was an unserer Natur liegt, selbst aktiv werden und Nützlinge auf den Balkon locken. Die Lösung ist ein Insektenhotel, das Sie bestimmt schon mal irgendwo gesehen haben. Meist stehen diese Unterkünfte in Gärten oder in Parks und Waldgebieten, aber auch auf dem Balkon kann man sie perfekt unterbringen.

Der Aufbau eines Insektenhotels

Unten ist natürlich die Rezeption, links daneben die Lounge, rechts davon der Speisesaal und etwas weiter hinten geht der Aufzug in die oberen Etagen zu den hübsch eingerichteten Zimmern mit Ausblick. Wenn die ersten Gäste bei Ihnen eingezogen sind, vergessen Sie aber bitte nicht den Zimmerservice …

Optisch sieht das Insektenhotel tatsächlich wie ein kleines Haus aus. Wichtig ist allerdings, wie es drinnen beschaffen ist. Und da fühlen sich Insekten verdammt wohl: Stroh, Schilfrohr, Lehm, Äste, Baumscheiben, Holzwolle, Reisig, Terrakotta – all das findet sich in so einem Hotel und in all diesen natürlichen Materialien gefällt es den Nützlingen ausgesprochen gut. Damit die Materialien nicht herausfallen, sichert sie ein schützender Draht.

Insektenhotel: die Basics

Wie ein Insektenhotel letztlich aufgebaut ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Es kann unterschiedlich gestaltet werden und es kommt dabei immer auf die Größe an. Wer viel Platz hat, kann es dabei um einiges vielseitiger bauen, als jemand, der nur einen kleinen Platz auf dem Balkon hat. Dennoch gibt es Dinge, die besonders wichtig sind und die man beim Bau auf jeden Fall beachten sollte. Dazu gehören:

  • Das Holz sollte leicht sein. Außerdem weich und elastisch, damit man es gut verarbeiten kann.
  • Es sollte aber auch stabil und vor allem belastbar sein, damit das Insektenhotel eine lange Zeit hält.
  • Die Verarbeitung ist ebenfalls sehr wichtig, hier sollten Sie auf gute Qualität achten – schon den Insekten zuliebe, damit sich diese nicht verletzen können.
  • Da Insektenhotels oft den Witterungen ausgesetzt sind, sollte das Holz schnell trocknen können.

So stehen Insektenhotels am besten

Bevor Sie selbst Hand anlegen, sollten Sie sich nicht nur über die Größe des Insektenhotels klar sein, sondern auch über die Einrichtung, sprich, welche Materialien im Innern verbaut werden sollen. Und natürlich darüber, wo das Hotel am Ende seinen Platz findet. Denn nicht jeder ist dafür geeignet:

  • Insektenhotels sollten so angebracht werden, dass sie Stürmen standhalten. Wichtig ist daher, dass sie immer gut befestigt werden, egal, ob an einem Baum, an einer Wand, an einem Balkon oder an einem Geländer.
  • Es ist zwar kein Beinbruch, wenn das Insektenhotel nass wird, allerdings sollte der Regen nicht nach innen dringen. Daher braucht jedes Hotel ein Dach, das den Regen abhält und entsprechend stabil gestaltet ist. Hier sind verschiedene Dachtypen möglich, wie etwa Satteldach oder Flachdach, es sollte aber immer ein Wasserablauf vorhanden sein.
  • Denken Sie beim Gestalten der Innenräume an die Vielfalt und daran, dass Insekten unterschiedliche Ansprüche haben. Statten Sie die Räume daher vielseitig aus und verwenden Sie verschiedene Materialien – welche Sie verwenden können, haben wir weiter oben ja schon angesprochen.
  • Wenn Ihr Insektenhotel windgeschützt steht, haben Sie alles richtig gemacht. Das heißt nun nicht, dass es keinen Wind abgekommen darf. Es sollte aber so gebaut werden, dass der Wind nicht das Innere wegwehen und somit die dort lebenden Insekten gefährden kann.

So wird ein Insektenhotel langlebig und sicher

Werfen wir noch einen Blick auf ein paar Kleinigkeiten, die einem beim Bau womöglich gar nicht in den Sinn kommen, die aber essenziell für die Langlebigkeit des Hotels sind und auch für die Sicherheit der Bewohner:

    • Wenn gebohrt wird, dürfen die Löcher nicht ausfransen, damit sich keine Spreißel bilden und die Insekten damit verletzt werden könnten.
    • Insekten sind unterschiedlich groß, weswegen Sie auch für unterschiedlich große Bohrlöcher sorgen sollten, durch die die Tiere raus und rein können.
    • Nägel und Schrauben sollten immer komplett versenkt werden und dürfen nirgends herausstehen und schon gar keine scharfen Kanten aufweisen.
    • Achten Sie beim Bau darauf, Nägel und Schrauben zu verwenden, die rostfrei sind.
    • Zwischen den gebohrten Löchern sollte immer ausreichend Abstand sein, damit das Holz keine Risse bilden kann.
    • Bohren Sie immer nur in das Längsholz!

Solche Insektenhotels kann der Laie natürlich selbst bauen, praktischer ist es, sich so eine Villa fix und fertig zu kaufen und noch heute aufzustellen. Dann braucht es noch ein bisschen Geduld, bis die ersten Bewohner einziehen, denn das Hotel muss ja auch gefunden werden. Vielleicht stellen Sie ja noch ein Hinweisschild auf?