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Insektenhotel für den Balkon: Do It Yourself

1 - Februar - 2019 | Kommentare deaktiviert für Insektenhotel für den Balkon: Do It Yourself

Insektenhotels erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Nicht nur in Gärten sind die Helfer zu finden, auch auf Terrassen und Balkonen werden es mehr. Und das ist auch gut so, denn Insektenhotels sind ein wichtiger Unterschlupf für Wildbienen, Ohrwürmer, Florfliegen und noch viele andere Kleintierchen, die sonst vielleicht keine Behausung finden würden. Und das Beste ist: Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass das Insektensterben aufgehalten wird. Unter anderem eben mit besagten Insektenhotels. Diese gibt es fertig zu kaufen, wobei viele für die Tiere nicht geeignet sind. Die Gründe sind vielfältig und reichen von ungeeigneten Holzarten über behandeltes Holz bis hin zu unzureichenden Füllmaterialien. Deswegen möchten wir Sie, liebe Leser, dazu anregen, ein solches Insektenhotel selber zu bauen.

Insektenhotel: Materialien und Standort
Was ist für ein Insektenhotel geeignet, wovon sollten wir die Finger lassen und wieso ist der Standort wichtig? Hier ein paar Anregungen:

  • Die verwendeten Materialien müssen alle trocken sein. Sobald Feuchtigkeit drinsteckt, kann das Ganze schimmeln, was für die Insekten ein Todesurteil sein kann.
  • Auch wenn das Hotel aufgestellt wird, darf es nicht im Regen stehen. Daher immer regen-, aber auch windgeschützt anbringen.
  • Das Material darf nicht behandelt sein. Lacke, Farben, Imprägnierungen und Lösungsmittel haben hier nichts zu suchen.
  • Insekten mögen Sonne und Wärme. Deswegen ist es wichtig, den Eingang des Insektenhotels nach Süden auszurichten.
  • Da das Hotel Schutz für Insekten bieten soll, müssen die Lücken der einzelnen „Räume“ so klein wie möglich sein. Sprich: große Lücken sind ein No-Go! So entsteht eine gute Isolierung und die Insekten fühlen sich in ihrem Heim wohl.

Ach ja: Am besten geeignet, um ein Insektenhotel aufzustellen, ist der späte Winter. Nach dem Erwachen finden die Tierchen dann gleich einen passenden Unterschlupf. Aber natürlich können Sie auch zu jeder anderen Jahreszeit das Insektenhotel bauen und aufstellen.

Insektenhotel: Darauf ist beim Bau zu achten
Erwarten Sie hier keine Schritt für Schritt Anleitung für den Bau eines Insektenhotels. Warum? Weil es immer darauf ankommt, wie groß und wie umfangreich ein solches Hotel am Ende wird. Das wiederum hängt davon ab, wie groß Balkon oder Terrasse sind und auch davon, wie und wo Sie das Insektenhotel anbringen können. Daher beschränken wir uns auf eine Liste an Materialien, die Größen und Längen müssten Sie selbst errechnen.

1. Für das Grundgerüst empfiehlt sich Holz von Obstbäumen, Holz der Fichte, der Esche oder der Eibe. Andere Hölzer sind nicht ideal, denn sie haben nicht die Eigenschaften der gerade genannten Sorten. Zu verarbeitendes Holz

  • muss leicht sein
  • muss weich sein
  • muss elastisch sein
  • muss gut zu verarbeiten sein
  • muss rasch trocknen
  • muss belastbar sein
  • darf keine Risse oder Verformungen bilden

Damit das Insektenhotel auch stabil wird, sollten die verwendeten Bretter des Grundgerüstes eine Stärke von mindestens 2 Zentimetern haben.

Insektenhotel

© cane

2. Werden Insektenhotels im Garten aufgestellt, können diese im Boden verankert werden. Das fällt bei Balkonen und Terrassen weg. Sie können das Insektenhotel natürlich aufstellen, indem Sie ein Untergerüst bilden. Der Nachteil: Bei einem Sturm könnte das ganze Konstrukt umgeweht werden. Ideal ist es, wenn Sie das Hotel aufhängen. An die Hauswand, an einen Balken oder an ein Geländer. Achtung: Immer gut festschrauben, es darf nicht frei schwingen.

3. Wie auch bei uns Menschen, sollte es ins Insektenhotel nicht hineinregnen. Daher ist als oberer Abschluss Dachpappe zu verwenden. Gestalten können Sie das Dach im Übrigen so, wie Sie das möchten. Ein Flachdach ist ebenso möglich, wie ein Spitzdach, ein Schrägdach oder ein Satteldach.

4. Denken Sie beim Bau daran, dass das Hotel nicht nur aus Grundgerüst besteht, sondern auch „Räume“ haben muss. Diese sollten unterschiedlich ausgestattet sein. Was Sie dann in die einzelnen Fächer füllen, ist Ihnen überlassen. Das können Ziegel, Backsteine, Kiesel, Bambusstangen Äste und Reisig ebenso sein, wie Eierkartons oder Holz in vielen Varianten. Große Hohlräume sollten bei der Ausstattung nicht entstehen, verfüllen können Sie diese unter anderem mit Lehm.

5. Wie schon erwähnt, sollte das Insektenhotel windgeschützt sein. Das erreicht man dadurch, dass die Rückseite durch ein Holzbrett geschlossen wird. Die Vorderseite dagegen muss frei zugänglich sein. Damit kein Füllmaterial herausfallen kann, befestigen Sie dort ein Drahtgeflecht mit feinen Maschen.

Insektenhotel: Ran an Bohrer, Hammer & Co.
So, dann kann es ja losgehen mit dem bohren, hämmern und schrauben. Doch Halt, ein paar Dinge gibt es auch beim Bau zu beachten. So ist es immer wichtig, dass Sie sorgfältig und sauber arbeiten.

  • Bohrlöcher müssen zwingend geglättet werden. Nicht nur außen, sondern auch innen, damit sich Insekten an Spänen nicht verletzen können.
  • Wenn Sie bohren, dann lassen Sie zwischen den Löchern ausreichend Abstand, damit keine Risse entstehen können. Auch sollten Sie Holz nie komplett durchbohren, so haben die Insekten einen zusätzlichen Schutz.
  • Gebohrt wird grundsätzlich in Längsholz.
  • Der Durchmesser der Bohrlöcher sollte zwischen 2 und 8 Millimetern liegen, wobei größere Löcher für Insekten idealer sind, weil so auch größere Exemplare ausreichend Platz finden.
  • Bei Nägeln oder Schrauben darauf achten, dass diese nicht vorstehen, sondern komplett im Holz versenkt werden und natürlich auch nicht auf der Rückseite herausschauen. Auch sollten diese Materialen rostfrei sein.

Insektenhotel: Muss man bei der Pflege etwas beachten?
Grundsätzlich überlassen Sie das Hotel den Insekten, ohne einzugreifen – könnten Sie in der Natur ja auch nicht. Allerdings gibt es ein paar Kleinigkeiten, die Sie erledigen können, um den Tierchen das Leben leichter zu machen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Sie Spinnennetze und Spinnen entfernen, denn die gehören dort nicht unbedingt hin. Entstehen größere Hohlräume durch herausfallendes Füllmaterial können Sie dies einfach wieder auffüllen. Und kontrollieren Sie bitte immer wieder das Holz, ob es Schimmel ansetzt.

Insektenhotel: Varianten für kleinere Balkone und Terrassen
Wie schon erwähnt, ist die Größe eines Insektenhotels davon abhängig, wie viel Platz man selbst auf dem Balkon oder der Terrasse hat. Ist nur wenig davon vorhanden oder hat jemand zwei linke Hände, dann muss trotzdem niemand auf ein solches Hotel verzichten, denn es gibt auch Möglichkeiten, den Insekten kleine, aber feine Unterschlüpfe zu bauen. Hier ein paar Anregungen:

  • Geben Sie Stroh in einen Blumentopf, umspannen Sie die Öffnung mit Draht und hängen Sie ihn verkehrt herum auf.
  • Nehmen Sie eine alte Blechdose, geben Sie dort hohle Pflanzenstängel hinein und hängen Sie dieses Konstrukt an eine gesicherte Stelle.
  • Bohren Sie mehrere Löcher mit unterschiedlichem Durchmesser (nicht komplett durchbohren!) in eine Baumscheibe und hängen Sie diese an der Wand regengeschützt auf.
  • Nehmen Sie ein altes Vogelhäuschen, füllen Sie dieses mit Stroh oder mit Zapfen und fixieren Sie es auf einem festen Standort.
  • Bohren Sie in einen Stein (Ytong, Ziegel) mehrere unterschiedlich große Löcher (nicht komplett durchbohren) und stellen Sie diesen an einen sicheren Ort. Sofern der Ziegelstein bereits Löcher hat, können Sie diese verkleinern, indem Sie eine Schicht Lehm auftragen und hier wiederum unterschiedlich große Löcher hineinbohren. Zusätzlich lassen sich so noch hohle Pflanzenstängel am Lehm fixieren.

Als Füllmaterial können Sie bei all diesen Vorschlägen auch Holzwolle, getrocknetes Laub, Rindenmulch und sogar leere Schneckenhäuser verwenden. Gutes Gelingen!

 

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