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Balkonien – das trendige Reiseziel für den Urlaub auf dem Balkon

Olivenbäumchen – ein mediterraner Gruß auf dem Balkon

31 - März - 2014 | 19 Kommentare

Das Olivenbäumchen, oder auch Echter Ölbaum genannt, ist in unseren Breitengraden nicht heimisch. Ihm ist es bei uns eigentlich zu kühl, weswegen er vor allem im Mittelmeerraum, in Südafrika und im Nahen Osten vorkommt. Trotzdem hat der Olivenbaum auch bei uns Einzug gehalten und ist in Wintergärten, aber auch auf Balkon und Terrasse zu finden. OlivenbäumchenDort ist er sogar noch besser aufgehoben, als im Garten, denn ein Olivenbaum ist nicht winterhart. Das heißt: Olivenbäumchen überwintern immer frostfrei, sonst würde die Pflanze den Winter nicht überleben.

Neben dem mediterranen Feeling, das so ein Olivenbäumchen auf jeden Balkon und jede Terrasse zaubert, darf man sich auch über eine reiche Olivenernte freuen. Oder etwa doch nicht? Wer nur einen Olivenbaum hat, der hat vermutlich bisher noch keine Oliven ernten können. Der Grund ist einfach: Ein Olivenbäumchen braucht einen Partner (ähnlich wie bei Obstbäumen). Nur wenn Sie zwei Olivenbäumchen haben, können sich diese gegenseitig befruchten und nur so erhalten Sie auch Früchte. Bei der Befruchtung sollten Sie sogar noch mit einem Pinsel nachhelfen, damit das auch wirklich klappt! Alternativ gibt es selbstfruchtende Sorten, die allerdings sehr selten sind. Dazu zählen „Frantoio“, „Leccino“, „Aglandou“ und „Cailletier“.

Olivenbäumchen hegen und pflegen
Also, was haben wir bisher gelernt? Sie sollten zwei Olivenbäumchen haben, wenn Sie Früchte ernten wollen, außerdem darf die Pflanze nie Frost abbekommen. Daher ist es logisch, dass Sie auch erst dann nach draußen gestellt werden sollte, wenn abzusehen ist, dass eine längere Frostperiode nicht mehr gegeben ist. Eine einzelne Frostnacht ist aber unbedenklich.

Kommen wir nun dazu, wie Sie Olivenbäumchen pflegen sollten. Im Grunde ist die Pflege relativ einfach: Viel Sonne, regelmäßige Wassergaben – das war es im Prinzip schon. Im Frühjahr, also in der Wachstumsphase, schadet es nicht, wenn Sie ein wenig Dünger geben. Spezialdünger für Olivenbäume gibt es nicht, es eignet sich ein gewöhnlicher Dünger für Kübelpflanzen. Auch wenn Olivenbäume in Ihrer Heimat in den Sommermonaten kaum Wasser bekommen, sobald Sie in einem Topf wachsen, sollten Sie immer regelmäßig und ausreichend gießen. Staunässe darf nicht entstehen, da die Wurzeln sehr schnell faulen können.

Ab und an kann es vorkommen, dass Sie das Olivenbäumchen zurückschneiden wollen. Vor allem dann, wenn es zu groß wird. Kein Problem! Kleinere Rückschnitte können Sie jederzeit angehen, sofern Sie aber das Bäumchen radikaler stutzen möchten, sollten Sie dies immer im Frühjahr tun. So konnte es über die Ruhemonate Kraft sammeln und sich dann neu verausgaben.

Olivenbäumchen: Was Sie noch beachten sollten
Je nach Alter und Größe der Pflanze kann es vorkommen, dass der Topf zu klein wird. Spätestens wenn unten Wurzeln herausschauen, sollten Sie das Olivenbäumchen umtopfen. Die Pflanze mag es vor allem lehmig und sandig. Sofern Sie einen solchen Boden im Garten haben, können Sie diesen dazu verwenden. Ansonsten kaufen Sie herkömmliche Blumenerde und vermischen diese mit Sand. Fertige Blumenerde speziell für Olivenbäumchen gibt es nicht, sie fühlen sich aber beispielsweise in Erde, die für Zitruspflanzen genommen wird, wohl.

Wichtig ist der Olivenbäumchen Standort. Haben Sie einen Balkon, der nicht gerade mit Sonnenstrahlen punkten kann, sollten Sie auf Olivenbäume verzichten, denn diese Pflanzen brauchen Sonne, Sonne, Sonne. Je mehr, desto besser. Da bei uns die Sommer auch mal sehr wechselhaft und vor allem kühl sein können, empfiehlt es sich, das Olivenbäumchen geschützt zu positionieren. Ideal ist ein Platz in einer Ecke oder an einer Wand, wo wenig Wind hinkommt und wo es auch wärmer ist, als mitten auf dem Balkon oder der Terrasse. Sollten Tage dazwischen sein, an denen es Nachtfrost gibt, können Sie die Pflanze durch den Standort an der Wand auch vor Kälte schützen. Alternativ holen Sie sie noch mal nach drinnen. Was nicht passieren darf, ist das Durchfrieren der Erde.

Die Blüte der Olivenbäume beginnt meist Ende April und geht bis Mitte Juni. Während dieser Zeit blühen die immergrünen Bäume von weiß über gelb bis rosa. Wenn Sie einen Olivenbaum richtig pflegen, dann haben Sie diesen ein Leben lang, denn der Baum kann bis zu 600 Jahre alt werden. Also durchaus auch zum Weitervererben geeignet.

 

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Bild: © Jacques PALUT – Fotolia.com

19 Kommentare

  1. Dr.Bodo Furkert sagt:

    Mein olivenbäumchen hat bei bisher guter Pflege plötzlich alle Blätter abgeworfen und sieht nun recht dürftig und vertrocknet aus.was nun?Danke für eine Rückinformation.
    B.Furkert

  2. Barbara sagt:

    Hallihallo! Tolle, hilfreiche Seite, vielen Dank für das „grüne Wissn“, das Sie hier teilen. 🙂
    Wie sieht es denn aus, wenn man aus einem Olivenbäumchen einen Bonsai machen möchte? Geht das überhaupt?
    Viele Frühlingsgrüße
    Barbara

  3. cane sagt:

    Verschiedene Möglichkeiten des Blattabwurfs kommen in Frage … beispielsweise ein zu dunkler Standort oder das Bäumchen stand eine Zeit lang zu kühl. Auch Schädlinge sind in Betracht zu ziehen. Ebenso unbewusste Plegefehler wie zu viel oder zu wenig Wasser.

  4. cane sagt:

    Hallo Barbara,
    leider kann ich Ihnen nicht mit Sicherheit sagen, ob sich aus einem Olivenbäumchen auch ein Bonsai ziehen lässt. Im Internet gibt es verschiedene Blogs und Foren, die sich ausschließlich mit Bonsais beschäftigen. Vielleicht können Ihre Fragen dort beantwortet werden 🙂
    Sonnige Grüße, Carola

  5. UMB sagt:

    Interessant. Beachte, was zum Wässern geschrieben steht.
    CP

  6. Barbara sagt:

    Danke für die Antwort! Ich werde mich dort mal durchlesen, bei den Bonsai-Fans. Ich mag nämlich Olivenbäume wirklich sehr, aber leider habe ich nur einen kleinen Balkon, da ist für Kübel kein Platz vorhanden. Deshalb meine Idee mit einem Oliven-Bonsai. – Schönen Frühling noch für alle!
    LG Barbara

  7. cane sagt:

    Danke Barbara, dass wünsche ich ebenfalls 🙂
    Viele Grüße, Carola

  8. MK sagt:

    Wir möchten uns einen Baum im Kübel für die Terrasse anschaffen. Wie überwintere ich das Bäumchen? Draußen (eingepackt), im Wohnzimmer oder in der Garage?

  9. cane sagt:

    Mehr Informationen zur Überwinterung der Olivenbäumchen finden Sie in unserem Artikel (http://www.balkonania.de/olivenbaeumchen-ueberwintern/) – siehe auch erster Absatz in diesem Text.

  10. Frank sagt:

    Hallo ist es nötig im Pflanzkübel ein Loch zu haben damit das Wasser ablaufen kann?

  11. cane sagt:

    Abzugslöcher im Boden verhindern Staunässe. Zum Thema Staunässe ein weiterführender Artikel auf unserer Seite: http://www.balkonania.de/staunaesse-vermeiden/

  12. nicole sagt:

    hallo, habe zwei olivenbäumchen. einer ist schon älter. habe sie im „zelt“überwintert. sah auch gut aus. jetzt sind alle blätter steinhart und erschlägt nicht aus. befürchte das er etwas frost bekommen hat. wenn ich am stämmchen oder ästen kratze ist es aber grün in der rinde. was kann ich tun damit er wieder austreibt ?

  13. cane sagt:

    Manche Olivenbäumchenbesitzer schneiden ihren Baum in einer solchen Situation radikal runter – solange eben noch Leben in der Rinde ist. Zusätzlich wird der Stamm einmal in der Woche besprüht (die Düse wird auf Feinnebel gestellt). Einige verwenden dazu Wasser, andere stark verdünnten Flüssigdünger.
    Andere Olivenbäumchenbesitzer hingegen sitzen das aus und das Bäumchen treibt von unten aus dem Stamm wieder aus.

    Bevor ich mein Bäumchen radikal zurückschneiden würde, wäre meine erste Amtshandlung der Gang ins Fachgeschäft. Dort würde ich mir erklären lassen, wo genau ich in einem solchen Fall schneiden sollte. Und ob und womit ich dem Bäumchen noch unter die Arme greifen könnte.

  14. Karin Scherf sagt:

    Guten Tag, ich brauche einen Rat. Mein OlivenHochstamm ist voller Früchte. Er bildet aber viele Neutriebe. Frage: soll ich alle zurückschneiden, ich weiß nicht ob er nur am alten Holz erneut blüht. 🤔

  15. cane sagt:

    Herausgeschnitten werden in der Regel kahle, abgestorbene oder kranke Äste beziehungsweise Triebe (kranke Triebe gehören nicht auf den Kompost, sondern in den Restmüll, damit sich die Krankheit nicht ausbreiten kann).
    Zudem können Sie auch beispielsweise einen Formschnitt vornehmen, sofern gewünscht.
    Sie können sich sicherlich auch in einer Baumschule zeigen lassen, wo genau Sie die Schere ansetzen sollten, damit der Baum den optimalen Schnitt erhält. Baumschulen bieten häufiger mal einen Tageskurs zum Obstbaumschnitt an – ich weiß nicht, ob da auch „Exoten“ wie Olivenbäume bearbeitet werden.

  16. Brigitte Klöckner sagt:

    Kann ich mein Olivenbäumchen auch in Seramis setzen?

  17. cane sagt:

    Puh, das ist ist eine gute Frage, die ich Ihnen nicht zufriedenstellend beantworten kann. Um sicher zu gehen, kann ich Ihnen nur ans Herz legen, Informationen im Fachgeschäft einzuholen. Die können Ihnen sagen, ob sich Olivenbäumchen auch für die Hydrokultur eignen. Ich würde mich freuen, wenn Sie berichten, ob es möglich ist oder nicht.

  18. Sabine Müller sagt:

    Guten Tag,
    danke für die tollen Tips. Wir haben unseren Olivenbaum nun schon 7 Jahre. Dieses Jahr hat er viele Früchte getragen, aber diese waren sehr klein und sind nicht abgefallen bis jetzt. Soll ich die Früchte im Winter nun abschneiden oder dran lassen? Ich wäre sehr dankbar für Informationen.

  19. cane sagt:

    Die Handhabung scheint da ganz unterschiedlich zu sein. Manche lassen die Früchte am Bäumchen vergammeln, andere ernten und verarbeiten die Oliven.
    Wenn Sie die Früchte nicht ernten möchten, können Sie diese auch vor der Winterruhe entfernen (siehe auch http://www.balkonania.de/olivenbaeumchen-ueberwintern/)