Der Duft von Lavendel liegt in der Luft

blühender Lavendel mit Biene

Wer kennt sie nicht, die traumhaft schönen Bilder der leuchtenden Felder, wenn der Lavendel in voller Blüte steht? Auf dem Balkon oder der Terrasse lässt sich diese duftende Zierpflanze natürlich nicht in diesen Mengen anpflanzen. Trotzdem müssen Sie auf Ihren „Kurzurlaub in der Provence“ nicht verzichten – denn der Lavendel (Lavandula angustifolia) gedeiht auch prächtig in einem Kübel. Wenn sie die Kübelpflanze in die Nähe der Sitzgruppe stellen, liegt immer ein dezenter Lavendel-Duft in der Luft. Warum also in die Ferne schweifen? Viele Pflanzen, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen, wie eben dieser Lippenblütler, gedeihen auch in unseren Breiten.

Sollten Sie noch weitere Gehölze als Kübelpflanzen auf Ihrem Balkon oder der Terrasse stehen haben, können Sie diese mit dem Lavendel kombinieren. Der Klassiker ist natürlich eine Kombination von Rosen mit Lavendel. Aber auch mit anderen typisch mediterranen Pflanzen lässt sich dieser Lippenblütler hervorragend arrangieren. Diese Kombination unterstreicht zusätzlich den mediterranen Stil, der auf vielen Balkonen und Terrassen Einzug hält.

Lavendel
© Carly Hennigan – Fotolia.com (#37425544 – Lavender Farm in Sequim, Washington, USA) Der Lavendel liebt es warm und sonnig.

Der ideale Standort für den Lavendel auf dem Balkon

Der Lavendel liebt nicht nur die Wärme, sondern auch das Sonnenlicht. Damit sich dieser duftende Halbstrauch optimal entwickeln kann, benötigt er viel Sonne. Und zwar möglichst den ganzen Tag über. Denn selbst die pralle Mittagssonne kann dem Lavendel nichts anhaben. Unter diesen Bedingungen zeigt der Halbstrauch nur zu gerne von Juni bis August seine blau-violette Blütenpracht, die nicht nur uns Menschen in ihren Bann zieht, sondern auch viele Insekten, die sich an dem Nektar laben.

Den Lavendel auf dem Balkon pflegen und schneiden

Der Lavendel, der eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen kann, benötigt zum Wohlfühlen einen leichten Boden. Am besten mischen Sie die Blumenerde mit feinem Kies und Sand. Zusätzlich können sie der so aufgelockerten Erde noch ein wenig Kalk beigeben – dieser Lippenblütler liebt einen kalkhaltigen Untergrund.

Verzichten Sie nicht auf eine Drainageschicht und die Abdeckung des Abzugslochs im Boden mit einer Tonscherbe oder größeren Kieselsteinen. So kann überschüssiges Gießwasser gut ablaufen und schädigt die empfindlichen Wurzeln nicht durch Staunässe. Denn der Lavendel benötigt nicht viel Wasser, da er trockene Böden bevorzugt. Allerdings sollten Sie nicht so sparsam gießen, dass die Erde dauerhaft komplett austrocknet.

Der anspruchslose und pflegeleichte Lavendel ist auch hinsichtlich der Nährstoffmenge sehr genügsam. Es reicht vollkommen aus, wenn Sie den Halbstrauch im Frühjahr nach dem Rückschnitt mit Dünger versorgen – ideal ist organischer Dünger. Wenn Sie im Sommer das Gefühl haben, dass Ihr Lavendel eine zusätzliche Düngergabe benötigt, können Sie diese sparsam verabreichen. Bedenken Sie, dass sich Lavendel in einem nährstoffarmen Boden erheblich wohler fühlt. Bekommt der Halbstrauch zu viele Nährstoffe zugeführt, verholzt er nicht nur schneller, sondern wird zudem empfindlicher gegenüber Frost.

Kurz vor dem Austrieb des Lavendels, also in Frühjahr, werden die Triebe des Halbstrauchs um ein Drittel bis maximal um die Hälfte eingekürzt. Vermeiden Sie einen tiefen Rückschnitt in das alte Holz. Ein derartiger Schnitt schadet dem Lavendel. Achten Sie beim Schneiden darauf, dass junge Triebe und Blätter stehen bleiben. Sobald der Halbstrauch im Sommer verblüht ist, können Sie erneut zur Schere greifen. Durch einen regelmäßigen Rückschnitt erhalten Sie den dichten und kompakten Wuchs. Benutzen Sie zum Schneiden grundsätzlich scharfe und saubere Gartenscheren. So vermeiden Sie unnötige Verletzungen an der Pflanze und die Ausbreitung von Krankheiten.

Lavendel eintopfen
© Robertprzybysz | Dreamstime.com (#55109600 – Lavender) Lavendel, in einen hübschen Kübel gepflanzt, ist ein Blickfang auf dem Balkon oder der Terrasse.

Den Lavendel selbst vermehren und überwintern

Sollten Sie bereits Lavendel besitzen, können Sie die Pflanze durch Kopfstecklinge selbst vermehren. So können Sie Ihren Bestand erweitern oder auch zu alte Pflanzen ausrangieren. Ein Lavendel-Halbstrauch kann übrigens gute zehn Jahre alt werden. Falls Ihnen die Aussaat mehr zusagt, können Sie auch auf diese Art und Weise den Lavendel vermehren. Alternativ können Sie fertig gezogene Pflanzen kaufen. Denken Sie daran, dass Sie Ihren Neuerwerb recht zügig in ein größeres Pflanzgefäß umtopfen. Denn bei gekauften Pflanzen ist meist mehr Wurzelwerk als Substrat im Topf enthalten.

Sofern es sich bei Ihrem Lavendel um eine winterharte Sorte handelt, kann dieser während der kalten Jahreszeit auf dem Balkon oder der Terrasse in einem frostfesten Kübel überwintern. Damit die Wurzeln durch die eisigen Temperaturen nicht geschädigt werden, benötigt der Halbstrauch einen Winterschutz. Dazu umwickeln Sie den Kübel beispielsweise mit einem Vlies und stellen diesen auf eine Styroporplatte. So ist der Lavendel ausreichend gegen die Bodenkälte geschützt. Zusätzlich können Sie den Kübel samt Pflanze an der schützenden Hauswand deponieren. An frostfreien Tagen wird der Lavendel mit Wasser versorgt.

Sollten die Fröste zu stark werden oder es kündigt sich Dauerfrost an, ist es ratsam, den Lavendel drinnen an einem hellen und kühlen Ort zu überwintern.

Den Lavendel trocknen

In den meisten Fällen trocknet man Lavendel entweder für Duftsäckchen oder für eine stilvolle Dekoration.

Damit möglichst viele ätherische Öle enthalten sind, schneiden Sie die ausgewählten Triebe dann ab, wenn die Blüten nahezu vollständig aufgeblüht sind. Die abgeschnittenen Triebe bündeln Sie zu kleinen Sträußen und binden diese zusammen. Verwenden Sie pro Bündel nicht zu viele Triebe. An einem warmen und trockenen Plätzchen, das nicht der Sonne ausgesetzt ist und zudem luftig ist, werden die gebündelten Sträuße kopfüber zum Trocknen aufgehängt.

Die Sträuße sind vollkommen getrocknet, wenn sich einzelne Blüten ganz leicht lösen lassen. Danach können Sie die Duftsäckchen mit dem getrockneten Lavendel befüllen oder die hübsch gebundenen Sträuße zur Deko verwenden. Beides sind übrigens hübsche Mitbringsel, über die sich der Beschenkte sicherlich freuen wird.