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Balkonpflanzen überwintern: Das passende Örtchen für die kalte Jahreszeit

21 - September - 2013 | Kommentare deaktiviert für Balkonpflanzen überwintern: Das passende Örtchen für die kalte Jahreszeit
Kübelpflanzen überwintern

© Mac99 | istockphoto.com (#15286348 – Gefrorene rote Beeren)

Bereits vor dem ersten Frost stellt sich für Balkon-Gärtner die Frage, wann und vor allem welche Balkonpflanzen ihren Umzug in das Winterquartier antreten müssen. Sollten einjährige Pflanzen auf dem Freisitz kultiviert worden sein, braucht man sich darüber keine Gedanken zu machen – diese Balkonpflanzen überwintern in der Regel nicht. Vielmehr werden sie bei Gefallen im nächsten Jahr neu erworben oder auch selbst gezogen. Bei den mehrjährigen und nicht winterharten Balkonpflanzen verhält es sich allerdings anders. Bei ihnen handelt es sich oftmals um sonnenhungrige Vertreter. Diese sind recht empfindlich gegenüber Kälte und vor allem Frost und benötigen somit einen zeitigen Umzug in das Winterquartier.

Grundsätzlich sollten sich Balkon-Gärtner schon im Vorfeld, also beim Erwerb der Pflanzen, Gedanken darüber machen, ob überhaupt ausreichend Platz vorhanden ist, um die Balkonpflanzen überwintern zu können. Oftmals stellt man im Herbst plötzlich fest, dass die wunderschön gewachsene und lieb gewonnene Balkonpflanze aufgrund von Platzmangel oder einem nicht sonderlich optimalen Standort im Winterquartier den Umzug doch nicht antreten kann.

Prinzipiell benötigen nicht alle Balkonpflanzen tatsächlich in kühlen Räumen, Hausfluren, Garagen oder anderen Räumlichkeiten eine Möglichkeit zum Überwintern. Der einen oder anderen Pflanze ist schon mit einem geschützten Plätzchen auf dem Balkon gedient. Zusätzlich können die Balkonpflanzen, durch beispielsweise eine Schicht Reisig, vor starkem Frost geschützt werden. Um nicht nur das Wurzelwerk der Pflanze vor dem Frost zu schützen, sondern auch (oftmals vielmehr) den Kübel, sofern dieser nicht gänzlich frostfest ist, sollte an eine ausreichende Isolation gedacht werden. Am besten stellt man die Balkonpflanze samt Kübel auf Holz- oder Styroporplatten – das hält die abstrahlende Kälte vom Balkonboden fern. Zusätzlich kann der Kübel noch mit einem Vlies oder Jutesack umwickelt werden. Auch für diese Balkon-Überwinterer gilt: Mäßiges Gießen an frostfreien Tagen nicht vergessen!

Doch nun zurück zum eigentlichen Thema: Balkonpflanzen überwintern
Bevor der Umzug angetreten wird und die Balkonpflanzen überwintern können, müssen im Vorfeld ein paar Kleinigkeiten beachtet werden. Fehler bei der Überwinterung der Balkonpflanzen können unnötig zu langen Gesichtern führen. Einer dieser typischen Fehler ist übrigens oftmals das Gießverhalten – dazu aber später.

Nicht nur während der gesamten Vegetationsphase, sondern auch im Winterquartier haben die verschiedenen Balkonpflanzen ihre jeweiligen Ansprüche. Wenn man diesen individuellen Ansprüchen schon das gesamte Jahr über nachgekommen ist, sollte man das auch während der Überwinterung tun.

Wie es bei vielen Pflanzen im Garten der Fall ist, ist auch für manche Balkonpflanzen der Herbst der letzte Zeitpunkt für einen Rückschnitt. Je nachdem, um welche Pflanze es sich handelt, wird mal mehr und mal weniger geschnitten. Manche Balkonpflanzen verlangen und vertragen einen etwas stärkeren Rückschnitt, während diese Prozedur für andere das sichere Ende bedeuten kann. Wichtig sind beim Schneiden grundsätzlich das Werkzeug und Wetter. Nur eine scharfe Schere verletzt die Pflanze nicht unnötig zusätzlich. Geschnitten wird am besten an wärmeren und vor allem trockenen Tagen. Die durch das Schneiden entstandenen „Wunden“ trocknen und heilen so schneller ab. Dadurch können sich Krankheiten nicht so leicht ansiedeln und ausbreiten.

Apropos Balkonpflanzen und Krankheiten. Nachdem die Balkonpflanze gegebenenfalls geschnitten und die restlichen verdorrten Pflanzenteile entfernt wurden, wird die Pflanze nun genauer betrachtet. Schließlich sollen keine unliebsamen Gäste und Krankheiten mit ins Winterquartier geschleppt werden. Generell gilt: Nur gesunde Balkonpflanzen überwintern an ihrem vorgesehenen Platz. Pflanzenschädlinge und verschiedene -krankheiten können sonst dafür sorgen, dass der überwinterte Pflanzenbestand im kommenden Frühjahr komplett erneuert werden muss.

Im August, allerspätestens Anfang September ist zudem auch der Zeitpunkt, um die Balkonpflanzen das letzte Mal vor dem Winter zu düngen. Während der kalten Jahreszeit befinden sich die Pflanzen in ihrer wohlverdienten Ruhephase. Zwischen der letzten Düngung im Jahr und der ersten sollten mindestens vier Monate liegen. Die Winterpause belohnen die Balkonpflanzen mit einem üppigem Wachstum und einer prachtvollen Blüte.

All diese Vorarbeiten nutzen nichts, wenn man es zu gut mit dem Gießen im Winterquartier meint. Die meisten Pflanzen können schon während der restlichen Zeit Staunässe so gar nicht vertragen. Wenn die Balkonpflanzen überwintern, sind sie weitaus empfindlicher gegenüber Nässe. Zum einen befinden sie sich in einer kühleren Umgebung, und zum anderen in der Ruhepause, also nicht in der Wachstumsphase. Selbstredend, dass die Balkonpflanze nicht mit einem durchnässten Substrat den Umzug in die Winterbehausung antritt. Damit tut man der Pflanze und auch sich wirklich keinen Gefallen.

Bei der Gelegenheit Gießen sollten die Pflanzen auch gleich auf einen Schädlingsbefall und natürlich eventuell auftretende Krankheiten hin untersucht werden. Ein Befall oder eine Erkrankung wird direkt behandelt. Je nach Ausmaß kann es sich durchaus anbieten, die befallene Balkonpflanze direkt in die Tonne zu werfen. Ansonsten läuft man Gefahr, dass auch andere Pflanzen unliebsame Gäste oder Krankheiten „aufnehmen“.

Balkonpflanzen überwintern: Für die bestmöglichen Bedingungen im Winterquartier sorgen
Nicht nur die Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit ist wichtig für die Balkonpflanzen, sondern auch die Umgebung, in der sie den Winter verbringen werden. Auf die richtige Temperatur kommt es an: nicht zu kalt und auch nicht zu warm. Ist die Umgebungstemperatur zu niedrig oder gar „unter Null“, überstehen manche Pflanzen, wie beispielsweise Zitrusbäumchen, die Überwinterung nicht. Es ist ihnen deutlich zu kalt. „Tropische“ Temperaturen sind ebenfalls weit weg von der Ideal-Temperatur. Bis auf Ausnahmen, wie eben die genannten Zitrusbäumchen, sind gleichbleibende Temperaturen zwischen vier bis maximal zehn Grad Celsius optimal für die Überwinterung. Nicht nur die Temperatur spielt eine große Rolle bei der Überwinterung, sondern auch die Lichtverhältnisse. Sind diese nicht ausreichend, sollte der Standort kühler gehalten werden – je dunkler desto kühler.

Wenn es draußen wärmer wird und die Pflanze zurück auf den Balkon kann
In der Regel wartet man die Eisheiligen Mitte Mai ab, um die Wintergäste wieder ins Freie zu stellen. Manche Balkonpflanzen überwintern lieber noch ein paar Tage länger – sie sind sehr kälteanfällig und vertragen auch leichte Nachtfröste nur schlecht oder auch gar nicht. In dem Fall kann die Schafskälte noch abgewartet werden. Jeder Umzug ist für Pflanzen stressig. Egal, ob rein oder wieder raus: Sie brauchen einfach ein paar Tage, bis sie sich an die Umgebung gewöhnt haben. Mit anderen Worten: Steht die Pflanze an ihrem Platz, bleibt sie möglichst dort stehen. Hin- und herrücken verzeihen manche Pflanzen nicht. Geeignet für den „Auszug“ sind warme, aber bedeckte Tage. Ein Zuviel an Sonne schadet den sonnenentwöhnten Balkonpflanzen. Lassen wir ihnen diese Zeit, damit sie sich wieder entfalten können und unseren Balkon erneut in eine Wohlfühloase verwandeln.

 

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