Balkonien – das trendige Reiseziel für den Urlaub auf dem Balkon

Auberginen – vom Balkon direkt frisch auf den Tisch

Sie lieben Auberginen und möchten sich gerne am Anbau im Topf probieren? Sofern Sie in einer klimatisch bevorzugten Gegend wohnen, können Sie Ihren Wunsch in die Tat umsetzen und die Früchte vom eigenen Balkon ernten. Ist das nicht der Fall und die Sommer sind bei Ihnen zu kühl, sind Sie besser damit beraten, die Eierfrucht, wie dieses Nachtschattengewächs auch genannt wird, weiterhin im Laden zu kaufen.

Denn Solanum melongena, so die botanische Bezeichnung der Aubergine, möchte es gerne angenehm warm und auch hell haben. Das sind sicherlich die Hauptgründe, aus denen die Eierpflanze in unseren Breiten einjährig kultiviert wird. Genau genommen handelt es sich bei der Pflanze nämlich um eine mehrjährige Erscheinung. Aber eben nur dort, wo sie beheimatet ist. Und das ist das außerordentlich warme tropische Indien. Sollten Sie stolzer Besitzer eines warmen Wintergartens sein und haben nicht nur Platz sondern auch Freude am Experimentieren, dann können Sie sich ja mal am Überwintern in den eigenen Wänden versuchen. Wir würden uns übrigens freuen, wenn wir von Ihnen hören, was aus dem Experiment geworden ist.

Sie leben in einer nicht zu warmen, aber auch nicht zu kühlen Region? Es soll Auberginen-Sorten geben, die auch für kühlere Regionen geeignet sind. Fragen Sie am besten im Fachhandel nach, ob diese Sorten für Ihre nicht ganz so bevorzugte Region im Zweifelsfall geeignet sind.

Mini-Auberginen

© cane

Der optimale Standort für die Auberginen auf dem Balkon

Auberginen mögen, wie erwähnt, Wärme und Sonne. Mit einem Schattenplatz sind Sie also eher schlecht beraten. Im Idealfall können Sie das Nachtschattengewächs so platzieren, dass die Pflanze an der Hauswand steht. Denn diese nimmt die Wärme am Tag auf, speichert sie und strahlt sie während der Nacht wieder ab. Gegen diese nächtliche Wärme wird sich bestimmt keine Aubergine wehren.

Aber dagegen, wenn sie zu früh ausgepflanzt wird. Zu früh ist für die Aubergine, wenn es noch Nachtfröste im Mai gibt. Warten Sie also die letzten sehr frischen Nächte im Wonnemonat ab. Ihre Ungeduld könnten Sie sonst bitter bereuen.

Die ideale Pflege für die Auberginen

Auberginen sind den Tomatenpflanzen recht ähnlich … beide mögen sie Licht, Wärme, Wasser und Nährstoffe.

Vor allem die Sorten, die große Früchte hervorbringen, benötigen recht viel Wasser. An sehr heißen Tagen können Sie gerne morgens und auch abends die Auberginen gießen. Allerdings gießen Sie direkt an den Fuß der Eierpflanze und nicht in oder über die Blätter und lassen es nicht zu Staunässe kommen.

Aubergine Blüte

© cane

In Bezug auf die Nahrungsergänzung in Form von Dünger gilt ebenfalls: Großfruchtige Sorten sind hungriger. Allerdings sind Auberginen nicht ganz so „verfressen“ wie die Tomatenpflanzen. Ideal sind Gemüsedünger in flüssiger Form. So können Sie direkt beim Gießen ganz bequem immer mal wieder nachdüngen. Alternativ, falls zur Hand, können Sie auch verdünnte Brennnesseljauche als Dünger geben. Sofern Sie schon beim Einpflanzen genügend Nahrung in das Substrat gegeben haben, brauchen Sie keine Unmengen mehr nachdüngen.

Manche Hobbygärtner geizen Solanum melongena aus. Einige schwören drauf, andere hingegen haben keinen Unterschied bemerken können. Meine Auberginen habe ich nicht ausgegeizt. Eine reiche Ernte hatte ich trotzdem.

Und denken Sie an die Pflanzstäbe. Da Auberginen, je nach Sorte, auch schon mal deutlich über einen Meter hoch wachsen können, müssen die Triebe immer mal wieder aufgebunden werden. Damit die Wurzeln nicht verletzt werden, wird der Pflanzstab rechtzeitig bis auf den Topf-/Kübelboden in das Substrat gesteckt.

Übrigens: Passen Sie ein wenig auf Ihre Arme und Hände auf, wenn Sie in die Pflanze greifen. Denn die Eierpflanzen haben teilweise Stacheln, an denen Sie sich verletzen können. Das tut weh und passiert auch nur ein einziges Mal. Der zweite Griff in die Pflanze geschieht vorsichtiger…

Die Aubergine vorziehen und pflanzen

Auberginen können schon zeitig an einem hellen Platz ausgesät werden (stehen sie zu dunkel, vergeilen sie und werden mickrig – mickrige Pflanzen sind absolut keine Erfolgsgaranten). Bereits Anfang März können Sie die Samen in die Anzuchterde verfrachten. Bedecken Sie die Samen mit einer etwa einen Zentimeter dicken Substratschicht.

Sie haben den Zeitpunkt verpasst? Kein Problem. Wenn Sie es noch Anfang April schaffen mit der Aussaat, steht einer Ernte nichts im Wege.

Halten Sie die Anzuchterde stets leicht feucht und die Umgebungstemperatur warm genug, damit die Samen aufgehen können. Ein Minigewächshaus nimmt Ihnen dabei viel Arbeit ab. Dort werden Feuchtigkeit und Wärme gut gehalten, sodass Sie nicht alle paar Stunden nach dem Rechten schauen brauchen. Denn bereits die Auberginensamen möchten eine gewisse Wärme verspüren – Temperaturen von 25 Grad Celsius sind notwendig.

Da ich keine Lust verspüre, Tomaten, Paprika oder auch Auberginen später zu pikieren, lege ich die Samen bereits in einzelne Pflanztöpfchen. Wenn die kleinen Pflänzchen (ein richtiges Blattpaar ist vorhanden) groß genug zum Umpflanzen sind, werden die zarten Wurzeln eh verletzt und zur Neubildung weiterer Wurzeln angeregt. Und da diese Jungen Pflänzchen recht zügig wachsen, werden sie nochmals umgetopft, bevor sie in den endgültigen Kübel kommen. Dieser sollte übrigens wenigstens ein Volumen von 15 Liter haben. Aber achten Sie auf das Gewicht – große (und viele) Töpfe können sehr schnell sehr schwer werden. Nicht jeder Balkon ist für ein enormes Gewicht ausgelegt.

Beim Eintopfen in den endgültigen Kübel habe ich abwechseln dünne Schichten Guano und Hornspäne eingebracht. Und natürlich Pflanzstäbe. Ähnlich wie Tomaten können die Eierpflanzen etwas tiefer in die Erde gesetzt werden. Dadurch bilden sich noch mehr Seitenwurzeln aus.

Aus Platzmangel habe ich ich in einen ca. 25-Liter-Topf vier Eierpflanzen gesetzt – ich hatte zwei Sorten (eine Sorte mit großen Früchten, eine mit kleinen Früchten). Normalerweise hätte ich maximal zwei Pflanzen in einen Kübel gesetzt, aber so eine Terrasse kommt schnell an ihre Grenzen. Die Ernte war ordentlich und ich hatte Gott sei Dank Abnehmer. Aber beim nächsten Auberginen-Anbau werde ich mich auf zwei Pflanzen pro Kübel beschränken. Ich bin gespannt, wie sich das dann auch die Ernte auswirkt.

Kleine Auberginen

© cane

Beim Umzug in den großen Kübel habe ich natürlich auch gleich für ausreichend Pflanzstäbe gesorgt und fleißig immer wieder die Triebe aufgebunden.

Sobald die Auberginen auf den Freisitz kommen und das Wetter noch nicht so richtig mitspielt, ist ein Vlies definitiv kein Schaden. Auch tagsüber, wenn es zu kühl ist (unter 20 Grad Celsius), ist ein wärmendes Vlies ratsam. Von Vorteil ist es ebenfalls, Solanum melongena abzuhärten, bevor es an die frische Luft geht. Je nach Wetterlage beginnt man mindestens eine Woche vor dem Umzug damit. Allerdings stellt man die noch nicht richtig an die Sonne gewöhnte Pflanze am besten an trüben und warmen Tagen nach draußen. Nach und nach kann es ein wenig sonniger werden, bis dann der Auszugstag kommt. Der im Idealfall bewölkt, aber warm ist (ansonsten hilft das Vlies).

Sie haben keine Lust Auberginen oder Gemüse im Allgemeinen selbst vorzuziehen? Kein Problem. Denn neben den klassischen Tomaten und Paprika können Sie inzwischen auch schon vorgezogene Auberginen, manchmal auch veredelt, im Fachhandel oder auch Baumärkten kaufen.

Die Auberginen ernten

Hüten Sie sich davor, Solanum melongena roh und unreif zu essen. Denn dieses Nachtschattengewächs enthält wie auch unreife Tomaten ebenfalls Solanin.

Woran Sie reife Auberginen erkennen? Nun, eine reife Eierfrucht hat diesen für sie typischen Glanz und die Schale ist vollständig ausgefärbt. Noch nicht reife Früchte können Sie übrigens an einem warmen Ort nachreifen lassen.

Wissenswertes zum Anbau der Auberginen

Auberginen gehören, wie erwähnt, zu den Nachtschattengewächsen. Und diese sind ein wenig eigen, was ihre Nachbarschaft anbelangt. Vermeiden Sie es, Solanum melongena zu nah an andere Familienmitglieder zu stellen. Zu ihnen gehören beispielsweise Paprika, Tomaten, Kartoffeln und auch Physalis. Auch bei der Anzucht achten Sie auf ausreichend Abstand – selbst die kleinen Auberginen können beispielsweise ganz junge Tomatenpflanzen negativ beeinflussen.

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