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Tränendes Herz – exotische anmutende Blüten in Herzform

3 - März - 2014 | Kommentare deaktiviert für Tränendes Herz – exotische anmutende Blüten in Herzform
Tränendes Herz

© leo lüsing-hauert – Fotolia.com (#1615086 – herzblume)

Ein Tränendes Herz haben Sie sicherlich schon in dem einen oder anderen Garten bewundert. Und vermutlich eher selten als Balkonpflanze. Das liegt daran, dass diese mehrjährige Staude nicht ganz so einfach im Kübel zu halten ist, wie es bei diversen anderen Pflanzen der Fall ist. Zudem ist auch die Blütezeit dieses Mohngewächses eher kurz, was das Tränende Herz nicht ganz so attraktiv macht. Zumindest auf dem Balkon.

Wann etwa blüht ein Tränendes Herz? In der Regel können Sie die schönen herzförmigen Blüten an den überhängenden Blütenstielen von April bis Juli bewundern. Aufgrund der interessanten Blütenform hat das Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis) einen hübschen Namen bekommen, unter dem die Staude auch gekannt ist: nämlich Herzblume. Die rosa Blüten dieser Staude sind ein echter Hingucker. Wenn Sie es gerne etwas schlichter Wünschen, aber nicht minder ansprechend, kann die Pflanze auch mit einer weißen Blütenfarbe dienen.

Damit sich Ihr Tränendes Herz zu einem 50 bis 80 Zentimeter hohen stattlichen Exemplar entwickeln kann, benötigt es einer wichtigen Voraussetzung. Welcher? Einen sehr großen und frostfesten Kübel. Denn nur ein schwerer Kübel kann dem Gewicht der Staude entgegenwirken und ein Kippen verhindern. Sollte das Gewicht des Kübels dennoch nicht ausreichen, wird dieser am Boden noch zusätzlich beschwert. Beachten Sie aber unbedingt die Traglast Ihres Balkons. Denn nicht nur der Kübel ein ordentliches Eigengewicht, sondern auch die Pflanzerde – vor allem nach dem Gießen. Und nicht zu vergessen: das mögliche zusätzliche Gewicht zum Beschweren.

Das Tränende Herz – eine giftige Schönheit
Diese Staude mit den schönen herzförmigen Blüten ist eine Giftpflanze. Austretender Pflanzensaft kann Kontaktallergien hervorrufen. Der Verzehr einzelner Pflanzenteile hingegen kann zu schweren Vergiftungen führen. Tragen Sie am besten Handschuhe, wenn Sie mit dem Tränenden Herzen hantieren. Zudem verzichten Sie besser auf diese Staude, wenn kleine Kinder und Tiere zum Haushalt gehören. Die flinken Kinderhände sowie Haustierschnauzen haben Sie nicht immer im Blick. Bei der Vielzahl an blühenden Balkonpflanzen finden Sie ganz sicher eine ungiftige Alternative.

Der optimale Standort für ein Tränendes Herz auf dem Balkon
Tränende Herzen sind keine Sonnenanbeter. Dies zeigt schon der Standort in ihrer Heimat. Dort wachsen sie nicht in der prallen Sonne, sondern vielmehr leicht beschattet durch das schützende Laub der Bäume in den Bergwäldern. Ein Plätzchen im Halbschatten auf dem Balkon ist also ideal für das Tränende Herz. Dunkler sollte der Standort nicht gewählt werden.

Ältere Herzblumen hingegen können auch ein sonniges Plätzchen auf dem Balkon oder der Terrasse beziehen. Allerdings dürfen Sie das Gießen in dem Fall nicht vernachlässigen. Zudem sollte das Substrat im Kübel dann stets feucht gehalten sein.

Ist Ihr Balkon überdacht? Denn das Tränende Herz verfügt nicht über sonderlich stabile Triebe. Diese sind sogar recht brüchig. Damit Ihre mehrjährige Staude nicht unter Wind und Wetter leiden muss, benötigt sie ein geschütztes Plätzchen. Dafür bietet sich eines an der schützenden Hauswand an. Verzichten Sie besser auf die Herzblume, wenn Sie ihr keinen derartigen Standort bieten können. Denn bereits nach dem ersten kräftigen Regenschauer ist es vorbei mit der Pracht.

Die ideale Pflege für ein Tränendes Herz auf dem Balkon
Herzblumen bevorzugen eine leicht feuchte Erde, möchten im Substrat aber nicht ersaufen. Gießen Sie die Staude also nicht übermäßig. Ansonsten können zu großzügige Wassergaben schnell zu Staunässe führen, die von dieser Zierpflanze nicht vertragen wird. Achten Sie also schon beim Bepflanzen auf eine ausreichende Drainageschicht.

Da Kübelpflanzen nur bedingt Nahrung zur Verfügung steht, müssen Sie mit Dünger immer mal wieder nachhelfen. Manche Pflanzen benötigen viele Nährstoffe, andere hingegen weniger oder fast gar keine. Das Tränende Herz ist keine sonderlich hungrige Pflanze. Im Frühjahr, also ab Austriebsbeginn, können Sie einen organischen Dünger geben. Danach können Sie ab und an mal Dünger verabreichen. Im späten Herbst können Sie erneut ein wenig organischen Dünger in die Kübelerde einarbeiten.

In Bezug auf die Wassermenge und die Bodenfeuchtigkeit ist das Tränende Herz ein wenig pingelig. Dafür entfallen aber der Rückschnitt und das lästige Ausputzen. Einen Haken hat die Sache dennoch: Nach der Blüte ist es vorbei mit der dekorativen Pflanze. Ebenso wie Funkien oder Zwiebelblumen zieht die mehrjährige Staude ein. Die Blätter färben sich gelb und werden welk. Sobald diese ganz eingezogen sind, können Sie das trockene Laub entfernen. Wenn es trocken genug ist, können Sie es entweder vorsichtig auszupfen oder direkt über dem Boden mit einer scharfen und sauberen Gartenschere abschneiden.

Ein Tränendes Herz vermehren und pflanzen
Sie möchten gerne noch ein weiteres Tränendes Herz auf Ihren Balkon stellen, aber keine Pflanze in der Gärtnerei kaufen? Dann vermehren Sie die Zierpflanze doch einfach selbst. Dazu stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: die Teilung im Frühjahr oder die Stecklingsvermehrung.

Eine Vermehrung durch Stecklinge gelingt recht gut. Sie benötigen dazu einen nicht zu langen Trieb – 15 Zentimeter Länge sich völlig ausreichend. Dieser wird nach der Blüte von der Mutterpflanze abgeschnitten. Denken Sie daran, dass Sie dabei zumindest Einmal-Handschuhe tragen. Warten Sie aber nicht zu lange ab, damit die Pflanze nicht mit dem Einziehen beginnt. Nun stellen Sie den abgeschnittenen Steckling nur noch in ein ausreichend hohes Glas, das Sie zuvor mit etwas Wasser gefüllt haben. Das Glas muss nicht randvoll sein. Platzieren Sie das Glas an eine helle Stelle in Ihrer Wohnung.

Nach einigen wenigen Wochen zeigt sich der Erfolg – die ersten zarten Wurzeln zeigen sich. Sobald ausreichend Wurzeln vorhanden sind, pflanzen Sie die noch junge Herzblume in eine nährstoffreiche Erde. Nun suchen Sie sich einen kühlen und hellen Raum, in dem die Jungpflanze die lichtarme Jahreszeit verbringen kann. Denn den Winter würde sie auf dem Balkon nur in sehr milden Lagen und einem ordentlichen Winterschutz überstehen.

Im Frühjahr geht es dann für die Jungpflanze auf den Balkon. Das gilt auch für ein gekauftes Tränendes Herz. Bis zu den Eisheiligen können immer mal wieder Nachtfröste auftreten. Damit die frostempfindlichen Triebe keinen Schaden nehmen, decken Sie die Pflanze nachts am besten mit einem schützenden Vlies ab.

Haben Sie ausreichend Platz auf dem Balkon oder der Terrasse und der Balkon kann einiges an Gewicht vertragen? Dann können Sie auch einen großen Pflanzkasten mit mehreren Herzblumen bepflanzen. Beachten Sie dabei den notwendigen Pflanzabstand. Da diese Staude bei guter Pflege recht ausladend wachsen kann, sollte der Abstand zwischen den Pflanzen 25 bis 30 Zentimeter groß sein. Setzen Sie die Stauden nicht tiefer in die Blumenderde, als sie vorher im Topf standen.

Tränendes Herz auf dem Balkon überwintern
Da diese mehrjährige Staude beim Einziehen nur das Laub verliert, kann sie auf dem Balkon den Winter verbringen und benötigt kein Plätzchen im Winterquartier. Damit die Wurzeln in der Frostperiode keinen Schaden nehmen, umwickeln Sie den frostfesten Kübel beispielsweise mit einer Kokosmatte. Zusätzlichen Schutz bietet eine Abdeckung mit Tannenzweigen. Diese entfernen Sie wieder, sobald sich die ersten zarten Triebe zeigen.

Das Frühjahr ist die kritische Jahreszeit. Die Wurzeln sind winterfest, die Triebe hingegen nicht. Wie erwähnt, schützen Sie diese am besten durch ein nächtliches Vlies.

Tipps zur Gestaltung mit dem Tränenden Herz
Nachdem die Staude eingezogen ist, blicken Sie lediglich auf einen mit Erde gefüllten Kübel. Kaschieren Sie das „Elend“ doch einfach mit einer Blumenampel oder einem Hanging Basket. Je nach Lichtverhältnissen können Sie beispielsweise mit leuchtenden Fuchsien den Blick ablenken.

 

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